Friedrich-Loeffler-Institut

Epidemie breitet sich weiter aus

Bei dem Geschehen gebe es gewisse Parallelen zu dem Vogelgrippeverlauf im Jahr 2006, so Mettenleiter heute in Berlin. Doch heute gebe es ein sehr ausgefeiltes Krisenmanagement. So sei auch die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern effektiver. In administrativer Hinsicht sei die Lage unter Kontrolle. Auch könne im Gegensatz zur damaligen Situation mit dem Erreger H5N1 ein Risiko für den Menschen zuverlässig ausgeschlossen werden.

Bisher keine Übertragung von Betrieb zu Betrieb

Dennoch bestehe weiterhin Anlass zu größter Sorgfalt, betonte Mettenleiter. Denn die Epidemie breite sich weiter aus. Erst heute seien Fälle in Wildvogelbeständen in Rumänien bestätigt worden. Bisher sei die Infektion mit H5N8 an rund 400 Wildvögeln in Deutschland nachgewiesen worden. Wildvögel seien auch verantwortlich für die Infektion in zwei größeren Nutzgeflügelbeständen in Schleswig-Holstein sowie im Raum Cloppenburg. Eine Übertragung von Betrieb zu Betrieb sei bisher nicht aufgetreten und müsste mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden, appellierte Mettenleiter.

Schmitd bedauert Rückschlag im Exportgeschäft

Negative wirtschaftliche Auswirkungen für die Geflügelbranche seien bisher noch nicht erkennbar, sagte der ebenfalls am Gespräch beteiligte Bundesagrarminister Christian Schmidt. Er sei zuversichtlich, dass das Weihnachtsgeschäft ohne Störungen verlaufen werde. Nicht auszuschließen sei jedoch je nach Verlauf der Vogelgrippe ein wirtschaftlicher Druck in den kommenden Monaten, sagte er. Verschiedene Länder, darunter auch China, hätten Importsperren für Geflügelprodukte aus Deutschland erlassen. Dies sei ein Rückschlag, da erst kürzlich in bilateralen Vereinbarungen Importrestriktionen nach dem Vogelgrippe-Zug im Jahr 2014 aufgehoben worden seien, so Schmidt. (jst)
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