1

Die Eon Ruhrgas in Essen erwartet, dass im Laufe des Tages an der deutschen Grenzlieferstation Waidhaus die Lieferungen von russischem Erdgas, das über die Ukraine nach Europa transportiert wird, ausfallen werden. Noch sei die Versorgung der Kunden mit Erdgas sicher, doch "stoßen auch unsere Möglichkeiten an ihre Grenzen, wenn diese Lieferkürzungen anhalten und die Temperaturen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau bleiben", sagte heute der Eon-Vorstandsvorsitzende Bernhard Reutersberg. Zuvor hatten einige europäische Länder von teils deutlich gesunkenen Liefermengen russischen Gases durch die Pipelines aus der Ukraine berichtet. Vor allem Düngemittelproduzenten, die Erdgas zur Herstellung von Ammoniak benötigen, verfolgen aufmerksam den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine.

"Trotz der Kürzung der Erdgaslieferungen an die Ukraine durch den russischen Erdgasproduzenten Gazprom sind die Erdgasliefermengen sicher", bestätigte eine Sprecherin der VNG Verbundnetz Gas AG, Leipzig, gegenüber ernaehrungsdienst.de. Ein wichtiger Großkunde von VNG ist die Stickstoffwerke Piesteritz (SKW) GmbH, Lutherstadt-Wittenberg, der nach eigenen Angaben größte Ammoniak- und Harnstoffproduzent in Deutschland. Die VNG importiert russisches Erdgas über zwei Lieferwege. Deshalb werde nun ein großer Anteil an russischem Erdgas über Pipelines durch Weißrussland und Polen statt durch die Ukraine transportiert, so die Sprecherin. Bereits vor drei Jahren gab es einen ähnlichen Streit zwischen Russland und der Ukraine als vorübergehend weniger Gas nach Deutschland strömte. Die meisten Energieversorger beziehen auch Erdgas aus Norwegen, den Niederlanden und Deutschland. (da)

stats