25 Jahre Ufop

Erfolgsstory mit schwieriger Perspektive


Auf Jubiläumsfeiern überwiegen gemeinhin die harmonischen Töne. Auch bei dem Exklusivabend zum 25-jährigen Bestehen der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) kamen Würdigungen vergangener Erfolge wie der Empfehlung von Raps als Speiseöl durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung oder der Biodiesel-Boom in den frühen 2000er Jahren nicht zu kurz. Doch einen Seitenhieb in Richtung Politik konnte sich der stellvertretende Ufop-Vorsitzende Dietmar Brauer nicht verkneifen.
 
„Der Rapsanbau wird uns weiter fordern. Auch die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin hat 2013 in Brüssel für das Moratorium für Neonicotinoide stimmen lassen", sagte der stellvertretende Ufop-Vorsitzende. Zuvor hatte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Peter Bleser (CDU) in seiner Rede noch angekündigt, das BMEL werde sich weiterhin in die Reihen der Förderer der Ufop „einklinken".

Hoffnung auf Wiedereinführung von Neonicotinoiden

Brauer gab sich kämpferisch: Die kommenden Monate würden zeigen, „ob wir eine Wiedereinführung der Neonicotinoide durchsetzen können", kündigte er am Dienstagabend an. Zugleich stimmte der Züchter angesichts der weiterhin erforderlichen Anstrengungen in der Lobby-Arbeit in Sachen Neonicotinoide und Biokraftstoffpolitik auf eine steigende Erzeugerumlage ein. Diese Umlage wird der Ufop über den Verkauf von Saatgut bereitgestellt.

Staatssekretär Bleser signalisierte in seiner Ansprache politische Unterstützung für Biokraftstoffe der 1. Generation aus nachwachsenden Rohstoffen wie Getreide, Zuckerrüben oder Raps. „Es wird die Zeit kommen, in der man teilweise auf Biokraftstoffe setzt", so Bleser. Biokraftstoffe seien „Teil der Politikstrategie Bioökonomie". Ufop-Mann Brauer beklagte hier angesichts der 2017 erneut anstehenden Diskussion um die Einführung verblindlicher Faktoren indirekter Landnutzungsänderungen (iluc) eine "fehlende Perspektive".

Körnerleguminosen auf 850.000 ha

Gleichzeitig warb der CDU-Mann für den Anbau von Körnerleguminosen und Futtererbsen, der in diesem Jahr allerdings weniger durch die Eiweißstrategie der Bundesregierung als durch das Greening in Deutschland sprunghaft angestiegen ist: „Wir müssen abwarten, wie der Markt diese Früchte aufnimmt", so Bleser. Standen Körnerleguminosen wie Futtererbsen und Ackerbohnen 2014 noch auf einer Fläche von gut 68.000 ha, wurden  2015 rund 160.000 ha mit diesen Kulturen bestellt.
 
Auch Stephanie Franck, Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter (BdP), betonte, dass „Körnerleguminosen wichtiger denn je" werden. Ähnlich sieht das Prof. Bernhard Schäfer von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest: Auf dem „Ufop-Zukunftsforum 2040" sagte er für das Jahr 2040 eine deutsche Körnerleguminosen-Fläche von 850.000 ha voraus. (pio)
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