Heute vor zehn Jahren wurde das Bio-Siegel eingeführt. Vertreter der ökologischen Landwirtschaft ziehen eine positive Bilanz. In den vergangenen zehn Jahren haben sich sowohl der Umsatz mit Bioprodukten als auch der Flächenanteil der Biobetriebe und deren Anzahl verdoppelt, berichtet der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Das Bio-Siegel hat einen erheblichen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet. Das steht außer Frage!", sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW, Berlin.  Das Bio-Siegel finde sich heute auf 62.887 Produkten und werde von 3.932 Unternehmen genutzt. Es sei das europaweit am weitesten verbreitete Prüfsiegel für Produkte aus Ökologischem Landbau. Das Siegel kennzeichnet Produkte, die nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden. Die zusätzlichen Siegel der deutschen Anbauverbände kennzeichnen einen Standard, der über die Anforderungen der EU-Ökoverordnung hinausgeht.

"Der Erfolg des Siegels zeigt, wie wirksam eine engagierte Politik für die Stärkung des Ökologischen Landbaus sein kann", so Löwenstein, " Renate Künast setzte 2001 mit dem Bio-Siegel und der Schaffung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau ihre Zusage um, dem Ökolandbau aus der Nische zu helfen." Er forderte Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner auf, sich für den Ökologischen Landbau als Leitbild für die Entwicklung unserer Landwirtschaft einzusetzen und das 20-Prozent-Ziel Ökolandbaufläche entsprechend der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung durch konkrete Maßnahmen anzupacken. Angesichts einzelner Bundesländer, die aus der Umstellungsförderung ausgestiegen sind, sei ein klares Signal - wie es vor zehn Jahren von der Politik ausgesandt wurde - dringend erforderlich, so Löwenstein.  (az)
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