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Das Bundesland Schleswig-Holstein zahlt Landwirten, die Grünland bewirtschaften, eine Prämie von 117 EUR je ha und Jahr. Über einen entsprechenden Kabinettsbeschluss vom 18. Januar informierte das zuständige Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft. Damit werde Grünland ab dem Jahr 2005 besser gestellt als zuvor. Begründet wird das Vorgehen mit der stetigen Abnahme des Dauergrünlandes in der Vergangenheit. Als Folge der bisherigen EU-Agrarpolitik sei es gegenüber dem Ackerbau und der intensiven Tierhaltung benachteiligt worden.

Mit der neuen Landesverordnung werde das Werteverhältnis für die Grünlandprämie auf 41,2 Prozent im Vergleich zur Ackprämie festgelegt. Daraus ergäben sich für die Grünlandprämie statt der üblichen 77 EUR je ha nun 117 EUR und für die Ackerprämie 283 EUR statt 301 EUR je ha und Jahr. Der Bauernverband habe sich gegen die besondere Grünlandforderung ausgesprochen, informiert das Ministerium. Andere landwirtschaftliche Vereinigungen wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Neuland sowie Umwelt- und Naturschutzverbände hätten die Entscheidung dagegen als "bundesweites Signal" begrüßt.

Die Änderung werde ermöglicht durch die EU-Agrarreform, die diese Möglichkeit durch das Betriebsprämiendurchführungsgesetz (BetrPrämDurchfG) eröffne. Danach können Bundesländer das Verhältnis von Grünland- zu Ackerprämie "zur Berücksichtigung regionaler Verhältnisse" um bis zu 15 Prozentpunkte verändern. (ED)

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