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Wie schon für Bullen- und Mutterkuhprämien geschehen, eröffnet die EU jetzt auch für Agrarumweltmaßnahmen - zum Beispiel die Kulturlandschaftsprogramme der Bundesländer - die Möglichkeit, vorübergehend die dort festgelegten Besatzdichtegrenzen zu überschreiten. Der Deutsche Bauernverband (DBV), Bonn, begrüßt diese Regelung, die infolge des starken Nachfrageeinbruchs auf dem Rindfleischmarkt erforderlich geworden ist. Vom 15. Oktober 2000 bis zum 16. April 2001 soll die für den Betrieb festgestellte Anzahl Großvieheinheiten danach mit dem Faktor 0,8 multipliziert werden. Diese Besserstellung darf vorgenommen werden, wenn nachgewiesen wird, dass die Tiere auf Grund der außergewöhnlichen Marktlage länger als gewöhnlich im Betrieb gehalten werden.

Reicht dies nicht aus, so kann ein Landwirt bis zum 15. Juni 2001 auf die Extensivierungsverpflichtung und damit auch auf die Ausgleichsprämie verzichten. Die normalerweise für solche Situationen vorgesehenen Strafmaßnahmen werden bis dahin nicht angewendet. In diesem Fall muss der Landwirt ebenfalls nachweisen, dass sich die schwierige Lage am Rindfleischmarkt negativ auf den extensiven Charakter des Betriebes auswirkt. Der DBV plädiert dafür, dass die zuständigen Bundesländer die mangelnden Absatzmöglichkeiten für Rinder praxisnah berücksichtigen. Angesichts der schwierigen Marktlage sollte den Landwirten jetzt unbürokratisch geholfen werden. (ED)
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