Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) bezieht Stellung zur Agrarreform. Grundsätzlich unterstütze die BVE höhere Umweltschutzziele im Zuge des von der EU-Kommission vorgeschlagenen Greening. Bei der vorgeschlagenen Umwidmung von 7 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu ökologischen Vorrangflächen handele es sich jedoch im Kern „um eine Stilllegung landwirtschaftlicher Produktivfläche", kritisiert die BVE. Die Organisation verweist auf eine Untersuchung des Thünen-Instituts, derzufolge ein Anteil von 7 Prozent ökologischer Vorrangflächen zu einem Preisanstieg bei Getreide von bis zu 5 Prozent führen würde.

„Diese Maßnahme würde die ohnehin angespannte Rohstoffsituation für die Lebensmittelhersteller weiter verschärfen", warnte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der BVE. Vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln seien agrarpolitische Maßnahmen, die das Rohstoffangebot für die Lebensmittelhersteller verknappen oder verteuern, zu unterlassen, sagte Minhoff.

Dass der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments sich Ende Januar 2013 bereits für eine Abschwächung der Flächenstilllegungsvorschläge ausgesprochen hat, begrüßt die BVE. Von den EU-Parlamentariern fordert sie in der anstehenden Plenumsabstimmung eine klare Absage an Flächenstilllegung und Rohstoffverknappung. (sch)

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