Bilanz 2015

Ernährungswirtschaft spürt Preisverfall


Die deutsche Ernährungswirtschaft hat 2015 nach ersten Schätzungen einen Umsatz von 166,3 Mrd. € erzielt - und damit einen Rückgang um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sei das schlechteste Jahresergebnis der vergangenen vier Jahre, teilt die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am Mittwoch in Berlin mit.

Als einen Grund für das schlechte Ergebnis nennt die BVE die „stark sinkenden Verkaufspreise für die Lebensmittelhersteller“: Im Inland schlug ein Preisrückgang von 2,3 Prozent und im Ausland von 2,2 Prozent zu Buche. Die Absatzmengen gingen um 1,1 Prozent zurück. Auch lastet das schwache Exportgeschäft auf der Bilanz: Mehr Konkurrenz aus dem Ausland und mehr Marktzugangshürden ließen die Lebensmittelausfuhren um 0,1 Prozent auf 54,3 Mrd. € zurückgehen. „Damit wurde erstmalig seit 16 Jahren kein Exportwachstum erzielt“, stellt die BVE fest.

Zwar ist die Nachfrage nach Lebensmitteln im hiesigen Einzelhandel in den vergangenen drei Jahren mengenmäßig um 3,8 Prozent zurückgegangen. Dennoch setzt das Verbraucherverhalten nach Einschätzung der BVE einen Hoffnungsschimmer: Der Anteil der Konsumenten, die vermehrt bewusst konsumieren, auf eine nachhaltige und gesunde Ernährung Wert legen und dafür auch mehr bezahlen, sei auf 27 Prozent angestiegen. (pio)
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