Jahresauswertung

Erneuerbare Energien überholen Kohle und Öl


Die globalen Investitionen in erneuerbare Energien sind im Jahr 2015 auf ein Rekordhoch von 286 Mrd. US-$ gestiegen. Im Stromsektor haben die erneuerbaren Energien sogar mehr als doppelt so viel Geld wie konventionelle Kraftwerke anziehen können. Zu den Investoren gehören nicht nur Großanleger wie Banken und Versicherungen, sondern auch Kleinanleger. „Erneuerbare Energien sind nun schon länger keine Nische mehr, sondern zeigen international eine stabile und positive Entwicklung auf einem guten Niveau“, so Silvia Kreibiehl von der Frankfurt School of Finance & Management.

China, Indien und Brasilien an der Spitze

In neue konventionelle Kraftwerke wurde 2015 mit 130 Mrd. US-$ nicht einmal halb so viel investiert. Damit hatten im vorigen Jahr mit 53,6 Prozent (134 GW) der neu installierten Kraftwerksleistung die erneuerbaren Energien (ohne Großwasserkraft) erstmals die Nase vorne. Darüber hinaus haben die Schwellen- und Entwicklungsländer, getrieben von Investitionen in China, Brasilien sowie Indien, mit 156 Mrd. US-$ erstmals mehr in erneuerbare Energien investiert als die Industrienationen mit 130 Mrd. US-$.

In Europa gehen Investitionen zurück

Während die Investitionen im vorigen Jahr in China um 17 Prozent und in den USA um 19 Prozent anstiegen, fielen jene in Europa um 21 Prozent. So kam es in Deutschland aufgrund politischer Unsicherheiten zu einem Investitionsrückgang um 42 Prozent, in Frankreich um 62 Prozent und in den Niederlanden gar um 82 Prozent. Damit setzte sich der negative Trend in Europa weiter fort. Seit 2011 haben die Investitionen hier um 60 Prozent abgenommen und waren so niedrig wie im Jahr 2006. „Reine Förderprogramme für erneuerbare Energien konnten signifikante Investitionsvolumen in den letzten Jahren generieren, stoßen aber an ihre Grenzen“, so Kreibiehl. (SB)
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