Der Weizen legt sich unter starkem Dauerregen.
-- , Fotos: mrs
Der Weizen legt sich unter starkem Dauerregen.

So warnt der DWD vor teilweise extrem ergiebigem Dauerregen. Dieser soll in den meisten Gebieten bis Mittwoch, im äußersten Osten sogar bis in die Nacht zum Donnerstag anhalten. Dabei kann es binnen kurzer Zeit zu Niederschlagsmengen kommen, die über das Doppelte einer normalen Monatsmenge hinausgehen.

Mengen über 100 l/qm gefährden die Ernte

Gefährdete Regionen sind insbesondere Südostniedersachsen, der Süden Sachsen-Anhalts und der Nordwesten Thüringens. Für diese Regionen hat der DWD eine Unwetterwarnung herausgegeben, da es hier zu Dauerregen mit Mengen über 100 l/qm innerhalb von 48 Stunden kommen kann. Zudem soll es in weiten Teilen des Landes zu Dauerregen mit Mengen zwischen 40 und 60 l/qm kommen. Auch dort kann der Niederschlag 60 bis 90 l/qm in 48 Stunden erreichen, warnt der DWD.

Für die Landwirtschaft bedeutet das bezüglich der vielerorts noch ausstehenden Raps- und Weizenernte nichts Gutes. Was allenfalls noch für Rüben und Mais positiv ist, lässt den reifen Weizen abknicken und führt zu Mindererträgen. Das Landvolk Niedersachsen berichtet von "massiven" Auswirkungen - auch beim Raps. Vielerorts in Niedersachsen stünden noch reife Rapsbestände, denen Starkregen, Sturm und Hagel partiell arg zugesetzt hätten, heißt es. Die erwarteten eher unterdurchschnittlichen Erträge würden dadurch wohl noch weiter geschmälert werden, schätzt das Landvolk. Die Anforderungen an die Fahrer der Erntemaschinen seien hoch.

Anderen Ackerkulturen wie Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais haben die Wetterextreme bisher recht gut überstanden. Allerdings müssen die Landwirte nun verstärkt auf Pilzkrankheiten achten, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen rasant entwickeln können. In Niedersachsen haben Starkregen oder Windhosen den Mais großflächig umgeknickt, berichtet das Landvolk. Hier sei mit größeren Schäden zu rechnen, da sich diese Pflanzen kaum regenerieren könnten.

Umweltminister sieht Dauerregen als Folge des Klimawandels

Besorgt zeigte sich auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel über die aktuellen Wetterkapriolen. "Die zunehmenden Beeinträchtigungen für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und das Alltagsleben der Menschen sind besorgniserregend", so der Minister in einer Mitteilung. Die Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel müssten daher weiter verstärkt werden.

Besserung ist derzeit erst zum Wochenende in Sicht. Aktuelle Informationen sind insbesondere auch online über die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes verfügbar. (mrs)
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