Die Situation in den Hochwassergebieten an Neiße, Spree, Elbe und Mulde entspannt sich etwas. Das Ausmaß der Schäden auch für die Landwirtschaft kommt ans Licht. Die Pegel an den ostdeutschen Flüssen fallen. Der Katastrophenalarm im besonders betroffenen sächsischen Landkreis Görlitz ist aufgehoben. Der sächsische Bauernverband berichtet von lokalen Schadensfällen in der Landwirtschaft. An der Neiße waren etliche Roggen- und Kartoffelfelder überflutet. Landwirte berichten, dass sie dieses Jahr nur noch die bereits geerntete Gerste und den Raps auf der sicheren Seite haben. Auch der Grünfutterschnitt ist in Flussnähe hinüber. Sorgen machen sich die Landwirte nicht nur über die ausgefallene Ernte, sondern auch darüber, wann und ob die Schläge rechtzeitig zur Herbstbestellung wieder befahrbar sein werden. Die sächsische Landesregierung kündigte heute ein Hilfsprogramm an.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich spricht von einem zinsverbilligten Darlehen in Höhe von 100 Mio. €. Die Betroffenen sollen sich mit ihrem Finanzamt in Verbindung setzen. Die Entwarnung reicht allerdings nicht weit. Das Landeshochwasserzentrum Dresden warnt vor neuen starken Niederschlägen am Ende der Woche. Damit droht am Oberlauf der Neiße neues Hochwasser. Auch in den Hochwassergebieten in Brandenburg deutet sich leichte Entspannung an. Die Deiche in Brandenburg halten den Fluten bisher stand. (sta)
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