1

Rheinland-Pfalz wird als erstes Bundesland bei einem BSE-Fall nicht den gesamten Tierbestand, sondern nur einzelne Tiere töten, wie das Mainzer Umweltministerium mitteilt. Dies geschehe im Vorgriff auf eine BSE-Vorsorgeverordnung des Bundes, die in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht werden soll. Eine entsprechende Absprache hatte Umweltministerin Klaudia Martini kurz vor Ostern mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium getroffen. Die Bauern- und Winzerverbände Rheinland-Pfalz Süd und Rheinland-Nassau unterstützen das Vorgehen.

Die künftige BSE-Vorsorgeverordnung sieht eine Kohortenlösung vor, wenn das an BSE erkrankte Tier weniger als 20 Monate in dem betreffenden Bestand gehalten worden ist. Diese Voraussetzung sei beim zweiten rheinland-pfälzischen BSE-Fall gegeben. Gekeult werden müssen gemäß der neuen Verordnung im BSE-Fall bei einem Rind, das weniger als 20 Monate in dem betreffenden Bestand gehalten worden ist, nur die ansteckungsverdächtigen Tiere. Das sind alle Rinder, die in den 12 Monaten vor und nach der Geburt des befallenen Rindes in dem Bestand geboren worden sind, in dem das befallene Rind geboren wurde. Handelt es sich bei dem von BSE betroffenen Tier um ein weibliches Rind, so müssen dessen Kälber, die innerhalb der letzten 24 Monate vor Feststellung der BSE geboren worden sind, gekeult werden, auf jeden Fall aber das letztgeborene Kalb. (ED)
stats