„Die Landwirte sind vorsichtig geworden“, stellt Hans-Peter Ruopp vom Bundesverband der VO-Firmen im Interview mit der agrarzeitung fest. Das gelte sowohl für die Entwicklung des Leguminosen-Anbaus als auch für die Nachfrage nach Zwischenfruchtmischungen. Daher wird die Koordination der Vermehrungsplanung immer unübersichtlicher.

Neue Rauhafer-Sorten für Zwischenfruchtmischungen

Zuletzt hat das Bundessortenamt für Zwischenfruchtmischungen vier neue Sorten Rauhafer zugelassen. Dennoch will Ruopp nicht von der Kultur als „Shooting-Star“ sprechen. Die Art sollte seiner Ansicht nach nur in geringen Anteilen in Zwischenfruchtmischungen vertreten sein: „In einer Getreidefruchtfolge ist Rauhafer als Grasart aber auch kritisch zu sehen“, sagt er gegenüber der agrarzeitung (az). Pilzliche Schadorganismen können am Rauhafer zum Beispiel Rostkrankheiten verursachen. Die Sporen der Rostpilze können auf abgefallenen Blättern oder Wirtspflanzen überwintern und Folgekulturen schädigen.

Dennoch sei es durchaus sinnvoll, wenn auch an kleinen Kulturarten züchterisch oder unter Aspekten der Eignung gearbeitet wird. Von den bisherigen konnte nur eine Sorte nennenswerte zusätzliche Effekte für die nachfolgende Kultur vorweisen, spricht er aus den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. (brs)
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