Schauen, schneiden, diskutieren: Kartoffelsorten für den Öko-Anbau
-- , Foto: brs
Schauen, schneiden, diskutieren: Kartoffelsorten für den Öko-Anbau

Kartoffelerzeuger bereiten bereits jetzt den Anbau 2016 vor, indem sie das Pflanzgut der frühen Sorten in Keimstimmung bringen. Öko-Kartoffelerzeuger legen mit dem richtigen Zeitpunkt der Auspflanzung eine entscheidende Basis für hohe Erntequalität. Das wurde beim 17. Kartoffeltag der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen im Haus Düsse deutlich.

„Waschen und schneiden Sie Knollen vom gelieferten Pflanzgut durch, damit Sie die Qualität besser beurteilen können“, rät Franz-Theo Lintzen vom Ökoteam der Landwirtschaftskammer. Druckstellen, Schorf und Drycore sollten Erzeuger genau notieren, empfiehlt er. Mit diesem Wissen könnten Auflaufprobleme erklärt werden oder auch der Bestand besser geführt werden. Auf jeden Fall soll das Pflanzgut zügig in maximal zwei Lagen in Vorkeimkisten umgelagert werden.

Pflanzknollen sollten jetzt nicht mehr als 0,5 cm Keimlingslänge aufweisen, warnt der Berater. Wenn die Keimlingen zu lang sind, brechen sie beim Pflanzen ab. Das schwächt die Triebkraft und ebnet Krankheiten Infektionswege. Besonders die Knollen in der Mitte der Vorkeimkisten entwickeln häufig zu lange Triebe, erinnert er. Um die Keimung zu bremsen, helfe nur Kühlung oder eine Beleuchtung rund um die Uhr. Die Ernte 2015 sei schwer zu lagern, stellt er fest. Durch die hohen Temperaturen im Sommer seien die Knollen früh gealtert. Der Regen während der Ernte sei der Qualität abträglich gewesen. Die milden Wintertemperaturen haben das Abtrocknen und Kühlen der Lager zusätzlich erschwert.

In ihren Kartoffelsortenversuchen auf zwei ökologisch wirtschaftenden Betrieben hat die Landwirtschaftskammer NRW im vorigen Jahr 29 verschiedene Sorten gepflanzt, berichtet Dr. Claudia Hof-Kautz. Unter den neu zugelassenen Sorten seien einige, die sich für den Öko-Anbau gut eignen, weil sie besonders gesund sind oder auch bei Verkostungen gute Noten erzielen.

Die sehr frühe Glorietta eigne sich für die Abpackung. Im frühen Sortiment sei Goldmarie für Direktvermarkter geeignet und Queen Anne für die Abpackung. Unter den mittelfrühen Sorten erwähnt sie Almonda, die sich zum Waschen und Schälen eignet, sowie Salute für die Direktvermarktung. Die Sorten Ramona und Torenia seien zwar gut geeignet, aber Pflanzgut kaum verfügbar. (brs)
stats