Erzeuger und Monsanto streiten vor Gericht


Ein US-Landwirt und der US-Konzern treffen sich heute vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Streitpunkt ist der Nachbau patentierten Saatguts.

Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, der Supreme Court, verhandelt heute über den Rechtsstreit des 75-jährigen Landwirts Hugh Bowman aus dem US-Bundesstaat Indiana gegen den Saatgutanbieter Monsanto. Bereits 2007 hatte Monsanto den Farmer wegen des Verstoßes gegen Patentrechte auf herbizidtolerante, gentechnisch veränderte (GV-)Sojabohnen der Sorte Roundup Ready verklagt. 

Der Erzeuger hatte über mehrere Jahre hinweg bei einem lokalen Erfassungshändler Sojabohnen für die industrielle Verwertung oder den Gebrauch in der Nahrungsmittelindustrie erworben und diese als Saatgut für seine zweite Sojabohnenernte genutzt. Da gut 90 Prozent des US-Sojaanbaus aus GV-Sorten besteht, hatte sich unter diesen Sojabohnen auch patentiertes GV-Saatgut von Monsanto befunden. Der Konzern machte daraufhin einen Verstoß gegen seine Patenrechte geltend; ein lokales Gericht im Bundesstaat Indiana gab Monsanto in erster Instanz Recht. 

Für seine Hauptsojabohnenernte hatte Bowman nach Angaben seiner Anwälte zertifzierte GV-Sojabohnen von Monsanto erstanden. Der Oberste Gerichtshof wird nun darüber befinden, wie weit die Patentrechte des Konzerns greifen: Ob sie sich nur auf eine Ernte pro Jahr erstrecken und bei Nebenernten der Nachbau erlaubt ist, oder ob sie auch bei mehreren Ernten pro Saison Anwendung finden, schreibt die „Washington Post“. (pio)
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