Ethanol in den USA voll besteuert


Geräuschlos entfällt in den USA die Steuerermäßigung für den Ethanolanteil im Benzin. Ab Januar 2012 endet gleichzeitig der Importzoll für Ethanol. Der „blender tax credit" von 0,45 US-$/gallon, der in den USA für die Beimischung von Ethanol in Benzin gewährt wird, läuft mit dem Jahreswechsel aus. Umgerechnet handelt es sich um einen Betrag von rund 0,08 €/Liter. Er hatte sowohl den US-Haushalt belastet als auch zu Verstimmung in der EU geführt. Im November hatte der EU-Bioethanolverband ePURE sogar ein Antidumpingverfahren gegen die USA gefordert, weil die EU-Hersteller über Wettbewerbsnachteile durch Importe von solch steuerermäßigtem US-Ethanol geklagt hatten.

Damit ist jedoch 2012 Schluss. Selbst der US-Biokraftstoffverband RFA betont, dass die Ethanollobby nie eine dauerhafte Steuerermäßigung verlangt hätte. Auch der Wegfall der Importzölle schmerzt nicht. Vielmehr haben sich die USA 2011 zu einem bedeutenden Exportland für Ethanol entwickelt. Auf 3,8 Mrd. Liter beziffert der RFA die Exporte 2011, von denen ein erheblicher Teil auch erstmals nach Brasilien geflossen ist. In dem südamerikanischen Land ist die Zuckerrohrerzeugung nach langen Jahren stürmischen Wachstums zuletzt geschrumpft. Sie reichte 2011 nicht aus, um den steigenden Bedarf an Ethanol-Kraftstoff in Brasilien zu decken. Für die US-Hersteller waren solche Exporte ein willkommenes Ventil, weil in den USA der Inlandsabsatz von Ethanol eher stagniert. (db)
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