Ethanolmandat überschätzt


Tierhalter in den USA fordern eine geringere obligatorische Ethanolbeimischung. Wissenschaftler aus Iowa sehen wenig Wirkung auf die Maispreise. Die Raffinerien in den USA nutzen mittlerweile in großem Stil das Ethanol, um die Oktanzahl im Benzin zu senken. Wäre die Beimischung nicht mehr obligatorisch, würden die Hersteller Ethanol weiter freiwillig beimischen. Nur um 4 Prozent ginge der Einsatz wegen der Absenkung des Mandats zurück, erwartet Bruce Babcock von der Iowa State University.

Doch auch ohne Absenkung des Mandats rechnet Babcock damit, dass die Ethanolerzeugung in den USA 2012/13 sinken wird. Grund ist, dass die Werke in der vergangenen Saison auf Hochtouren produziert haben. Die US-Erzeugung war zuletzt höher als die erforderliche Beimischung. Deswegen konnten die Hersteller Bestände aufbauen.

Außerdem haben sie Beimischungsverpflichtungen angespart. Diese als Renewable Identification Number (RIN) bezeichneten Zertifikate dürfen auf die Folgejahre übertragen werden. Damit können in den USA höhere Mandate erfüllt werden, selbst wenn die Ethanolerzeugung sinkt. Würden alle RIN-Zertifikate ausgenutzt, könnte die Ethanolerzeugung 2012/13 um 18 Prozent kleiner ausfallen als es das Mandat erfordert.
 
Für die Maispreise kalkuliert der Agrarökonom, dass die Absenkung des Mandats die US-Maispreise allenfalls um 7 Prozent vermindert. Diese Kalkulationen der Iowa State University gehen auch in die Anhörung der US-Umweltagentur EPA ein. Sie prüft zurzeit das Ethanolmandat, würde aber nur eingreifen, wenn durch die bestehende Regelung ein erheblicher ökonomischer Nachteil erkennbar wäre. (db)
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