Ethanolverband rechnet Fläche klein


Die Diskussion, ob der Kraftstoff E10 zu einer Knappheit an Getreide führt, läuft auf Hochtouren. Deutsche Biospritverbände halten mit Zahlen dagegen.

Für die Ethanolhersteller hat jetzt Dietrich Klein, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe), nachgerechnet. Er kommt zu dem Schluss, dass im 1. Halbjahr 2012 weniger als 1 Prozent der deutschen Ackerfläche der Erzeugung von Ethanol gedient hat. Dieses Ethanol kommt als E5, Super E10, ETBE oder E85 in den Tank.

Nach Angaben von Klein ist die deutsche Bioethanolproduktion im 1. Halbjahr 2012 auf nahezu 295.000 t gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beträgt das Wachstum 21 Prozent. Zum Einsatz gekommen sind nach den BDBe-Statistiken rund 178.000 t Getreide und 117.000 t Industrierüben. Für diese Halbjahreserzeugung von Bioethanol errechnet Klein einen Flächenbedarf von rund 100.000 ha. An der gesamten Ackerfläche beträgt der Anteil für die Halbjahreserzeugung etwa 0,9 Prozent.

Klein rechnet den Flächenbedarf noch weiter herunter. Da bei der Bioethanolerzeugung als Nebenprodukt eiweißhaltige Futtermittel entstehen, muss nach seiner Einschätzung nicht die gesamte Anbaufläche der Rohstoffe der Ethanolerzeugung zugerechnet werden.

Den geringsten Anteil am Flächenbedarf hat nach Kleins Berechnung die Kraftstoffsorte Super E10. Sie hätte von Januar bis Mai 2012 etwas mehr als 54.000 t Bioethanol beansprucht. Dies entspräche für diesen Zeitraum gerade einem Anteil von 0,14 Prozent an der deutschen Ackerfläche.

Am E10 erhitzen sich seit Tagen die Gemüter, nachdem Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel vor einer Woche gefordert hatte, die Beimischungspflicht für Ethanol abzuschaffen. Er bezeichnete eine Verwendung von Nahrungsmitteln zur Biosprit-Produktion angesichts von Hunger und Dürre in der Welt als nicht akzeptabel. (db)
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