Europäischer Gerichtshof urteilt über verunreinigten Honig

Der Europäische Gerichtshof hat heute ein Urteil über Honig gefällt, der Spuren von gentechnisch veränderten Blütenpollen aufweist. Die Nahrungsmittelindustrie verfolgte die Entscheidung mit Spannung. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stoppt mit seinem heutigen Urteil (Az: C-442/09) den Verkauf von Honig mit gentechnisch veränderten (GV-)Blütenpollen. Honig oder Nahrungsergänzungsmittel, in denen sich geringe Rückstände gentechnisch veränderter Pollen finden, dürfen nur noch mit Zulassung auf den Markt gebracht werden, teilten die Richter in Luxemburg am heutigen Dienstag mit. Ein Imker aus Bayern verklagte den Freistaat auf Schadensersatz, weil sein Honig Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthielt.
 
Als bahnbrechend bezeichnete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) das Urteil für Imker und Verbraucher. Der EuGH habe bestätigt, dass Honig, der Pollen der gentechnisch veränderten Maissorte Mon 810 enthält, in der EU über keine Zulassung als Lebensmittel verfügt, weshalb dieser nicht mehr verkauft werden darf. Mit dem Richterspruch müssten die europäische und die deutsche Gesetzgebung angepasst werden. Erforderlich sei die Festlegung von Mindestabständen zwischen Gentechnikfeldern und Bienenstöcken von 5 Kilometer, so der BUND.
 
Vor allem Honig aus Südamerika und Kanada könnte GVO-Spuren von Mon 810 enthalten. Dagegen ist nach Angaben des Deutschen Imkerbundes deutscher Honig nicht betroffen, da der Anbau für Mais der GV-Sorte Mon 810 in Deutschland verboten ist. (da)
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