Eurotier: Strukturwandel in der Schweinehaltung


Die stark gestiegenen Futterkosten werden den Anpassungsprozess in den Mastbetrieben der Schweineproduktion verschärfen.

Deutschland bleibt auch künftig der größte Schweinefleischerzeuger Europas, glaubt Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Im kommenden Jahr werde die deutsche Schweinerzeugung jedoch voraussichtlich um 3,3 Prozent zurückgehen. Diese Prognosen stammen von der Forumsdiskussion „Investitionen in der Tierhaltung“, die die ‚agrarzeitung’ (az) heute auf der Eurotier in Hannover durchführte.

Die az auf der Eurotier
az-Stand in Halle 16 E11

Fütterungsstrategien
15. November 2012,
11:00 bis 11:45 Uhr,
Halle 12 Stand B57

Marktgeflüster
15. November,
16:15 bis 16:45 Uhr,
Halle 14, Stand E14 bei Josera

Im vergangen Jahr sind in Deutschland fast 60 Mio. Schweine geschlachtet worden. 2012 werde dieses Rekordergebnis nicht ganz erreicht. Zu den jüngsten Erfolgszahlen habe sicherlich die Marktöffnung Russlands nach dem Beitritt zur WTO beigetragen. Dadurch sei der Export von lebenden Schweinen erheblich einfacher geworden. Die derzeit am Schwarzen Meer, rund um Moskau und im Grenzgebiet des Baltikums zu Russlands grassierende Schweinepest böte Chancen für zusätzliche Exporte.

„Die deutschen Mastbetriebe stehen aufgrund der explosiv gestiegenen Futterkosten aber unter erheblichem Druck und das verstärkt den Zwang zur strukturellen Anpassung“ prognostiziert Hortmann-Scholten.

Der Schwachpunkt der deutschen Schweineproduktion bleibe die Ferkelerzeugung. Zurzeit betrage der Selbstversorgungsgrad bei Ferkel nur 80 Prozent. Aufgrund der schärferen gesetzlichen Vorgaben werde er sich im kommenden Jahr um weitere 5 bis 10 Prozent reduzieren. Vor allem in Süddeutschland würden Ferkelerzeuger verstärkt aus der Produktion aussteigen, vermuten die Teilnehmer der Diskussion, die unter Leitung von az-Redakteur Dr. Jürgen Struck geführt wurde. (St)
stats