Report Düngemittel

Exakte Messtechnik vermeidet mehrfache Gaben


Abhängig von Fahrgeschwindigkeit, Arbeitsbreite und Durchflussgeschwindigkeit der Gülle gelangen flüssige Wirtschaftsdünger gleichmäßig verteilt auf das Feld.
-- , Foto: Veenhuis
Abhängig von Fahrgeschwindigkeit, Arbeitsbreite und Durchflussgeschwindigkeit der Gülle gelangen flüssige Wirtschaftsdünger gleichmäßig verteilt auf das Feld.

Seit Januar 2016 ist die Ausbringung von Gülle mit dem Prallteller, der nach oben abstrahlt, verboten. Auch wenn erfinderische Landwirte ihren Prallteller einfach nach unten verstellt haben, so ermöglich dieses Vorgehen nicht, die Gülle gleichmäßig und auf den Bedarf der Pflanzen abgestimmt auszubringen. Die moderne Landtechnik hat längst Lösungen parat.

„Wir brauchen gesetzlich vorgegebene, standortangepasste Technologien, die nach fachlichen Kritierien definiert werden“, betonte Franz Helmle von der Landmaschinenschule in Triesdorf am Gülletag Anfang Juni. Mit Schleppschuhverteiler, Güllegrubber, Scheibenegge und Strip-Till-Injektor stehen verschiedene Varianten für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern zur Auswahl. Als herausragende Neuerung in der Technik stellte der Dozent die Technologie „Section Control“ bei der Gülleverteilung auf dem Schulgelände vor.

Verschiedene Anbieter haben mittlerweile Ausbringungsgeräte entwickelt, die beispielsweise in den stehenden Maisbestand oder andere Kulturen einfahren können. Aber noch einen anderen Trend kann der Lehrer feststellen. Die Nachfrage nach kleinen Einachsfässern steige, beobachtet Helmle. Durch die milden Winter müsse bei der eingeschränkten Befahrbarkeit der Felder sehr auf das Gewicht der Gülletechnik geachtet werden. Neben dem weichen Boden ist auch die Fahrgassenbreite in Verbindung mit langen Schlägen ein begrenzender Faktor. Immer mehr wird die Zubringtechnik in Leichtbauweise gebaut. Denn das Umpumpen am Feldrand liegt immer mehr im Trend, so der Experte. Aber auch die Schulleitung selbst musste schweren Herzens selbst am Gülletag alle Maschinenvorführungen auf dem Feld absagen, da die vielen Regenfälle zuvor die Böden unbefahrbar machte. Die Anforderungen an eine bodenschonende Technik ziehen Abstriche bei der Schlagkraft nach sich. Das müsse bei allen technischen Fortschritten eingestanden werden. Die entscheidende Frage formuliert Helme selbst: „Wie bringen wir Gewicht, Bereifung, und Bodenschonung in Einklang?“

Ein Muss hierbei seien Reifendruckregleranlagen. Optional können auch Hundegangfahrweise sowie telekopierbare Achsen beim Tandemfass einen Beitrag dazu leisten, die Anforderungen zu erfüllen. Für eine bedarfsgerechte Düngung ist eine exakte Verteiltechnik Grundvoraussetzung. Bisher wird in der Regel die Ausbringung auf der Basis von Kubikmeter/ha gesteuert. Der NIR-Sensor ist auf dem Güllefass montiert. Damit ist eine Analyse aller Daten während der gesamten Überfahrt gewährleistet. Ferner ist eine Zumischung von Flüssigdüngern möglich.

Der NIR-Sensor misst den Gehalt von Stickstoff, Phosphat und Kali in der Gülle. Damit rückt die Genauigkeit bei der Ausbringung von Gülle zunehmend in den Vordergrund. Die Einsatzmöglichkeiten für die nährstoffbasierte Ausbringung sind vielfältig.

Auch die Nachfrage nach Isobus-Technik mit GPS-Daten für die teilbreitenspezifische Ablage der Gülle steigt, beobachten Gülletechnikhersteller. Gesucht wird allerdings noch nach einem Fass, das alle Anforderungen wie Bodenschonung, Genauigkeit und optimale Nährstoffaufnahme der Pflanzen bei minimaler Umweltverschmutzung vereint. (da)
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