Betriebsergebnisse

Existenz vieler Betriebe gefährdet

Überall ein dickes Minus
Die Marktfruchtbetriebe sind als einzige Gruppe mit einem blauen Auge davon gekommen. Je Betrieb sank das Unternehmensergebnis im Durchschnitt auf nunmehr 71.600 € (-26 Prozent).

Die Futterbaubetriebe hat es wegen der eingebrochenen Milchpreise sehr viel härter getroffen. Das Minus gegenüber dem Vorjahr betrug mehr als 60 Prozent. Mit 33.200 € je Betrieb fielen die Milchbauern weit unter das fünfjährige Mittel.

In der Veredlung fielen die Preise für Schweinefleisch und Ferkel weit unter das Vorjahresniveau. Mit 39.200 € liegen die Veredlungsbetriebe knapp 40 Prozent unter dem Vorjahr.

Auch die Gemischtbetriebe mussten im Vergleich zum Vorjahr deutliche Einbußen hinnehmen. Ihr Ergebnis ist auf 37.700 € gefallen, ein Minus von fast 44 Prozent.
Im Wirtschaftsjahr 2014/2015 ermittelte die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen für alle Betriebstypen deutlich niedrigere Betriebsergebnisse. Die Zahlen seien „erschreckend“, hieß es gestern beim Kammertag in Oldenburg. Haupterwerbsbetriebe erzielten im Durchschnitt ein Unternehmensergebnis von 43.700 €, 45 Prozent weniger als im Vorjahr. „Die Werte sind ein bitterer Rückschlag nach drei guten Jahren“, kommentierte Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Statistik. „Die derzeitigen Verhältnisse sind für viele Betriebe existenzgefährdend“, mahnte Schwetje.

Stimmung auf den Höfen miserabel

Pro Betrieb seien Eigenkapitalverluste von 10.000 € zu beklagen. Lediglich das obere Viertel der „erfolgreichen Betriebe“ habe sowohl eine Kapitalverzinsung als auch einen angemessenen Arbeitsentlohn erwirtschaften können. Für das aktuelle Wirtschaftsjahr sieht Schwetje keine grundsätzliche Erholung der Märkte. Die Stimmung auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben bezeichnete Schwetje als „miserabel“. Das läge nicht nur an den schlechten Zahlen für das abgelaufene und der düsteren Prognose für das laufende Wirtschaftsjahr. Auch angesichts des gesellschaftlichen und politischen Drucks, der auf der Landwirtschaft laste, „denken immer mehr Betriebsleiter ans Aufhören“. Und viele der jungen Generation wendeten sich anderen Wirtschaftsbereichen und Berufsfeldern zu.

Datengrundlage der veröffentlichten Zahlen ist eine repräsentative Stichprobe von 950 landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen (Testbetriebsnetz). Deren Jahresabschlüsse wertet die LWK jährlich im Auftrag der Bundesregierung aus. (SB)
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