Experten beraten über Antibiotikaresistenzen


Eine Studie zu Resistenzen gegen Antibiotika sorgt erneut für Unruhe. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) berichtet heute Abend in einer Fernsehsendung darüber. Die Ergebnisse der Studie seien nicht neu, erklärt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV), welches die Untersuchung gefördert hatte. Deren Ergebnisse sollen während einer für den 22. und 23 . Mai 2012 angesetzten Fachtagung im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin beraten werden. Die von der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführten Untersuchungen bestätigen, dass bestimmte resistente Keime in konventionellen Schweinehaltungen deutlich häufiger vorkommen als in ökologisch arbeitenden Betrieben. Bei den Keimen handelt es sich um die so genannten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus Erreger, abgekürzt MRSA.

Dabei wird unterschieden zwischen den in Nutztierbeständen vorkommenden „livestock-associated-MRSA" oder kurz la-MRSA sowie den beispielsweise in Krankenhäusern vorkommenden "hospital-aquired-MRSA", kurz ha-MRSA. Die la-MRSA  lösen in der Regel keine Erkrankungserscheinungen bei Tieren oder Menschen aus, so das BMELV.

Die Studie ergab, dass in rund 60 Prozent der konventionellen Schweinebetriebe la-MRSA nachweisbar waren, in ökologischen dagegen nur in 25 Prozent. Als eine Ursache dafür vermuten Experten, dass konventionelle Betriebe in größerem Maße mit Antibiotika behandelte Ferkel zukaufen als die ökologisch wirtschaftenden, die häufig in geschlossenen Systemen arbeiten. (jst)
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