Die bevorstehende Novelle des Arzneimittelgesetzes ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Das ist heute im Agrarausschuss des Bundestages deutlich geworden.

Mängel in Haltung oder Management dürften nicht mit Antibiotika korrigiert werden, auch wenn es betriebswirtschaftlich günstiger sei, sagte Dr. Thomas große Beilage von der Bundestierärztekammer heute in einer öffentlichen Anhörung des Agrarausschuss zur Neufassung des Arzneimittelgesetzes. Er plädierte dafür, den Fokus auf Impfungen von Tierbeständen zu setzen, um künftig besser vorbeugen zu können. 

Nach Ansicht von Dr. Hans-Joachim Götz vom Bundesverband praktizierender Tierärzte kann eine Verringerung der Besatzdichten in Ställen und eine bessere Futterqualität zur Erhöhung der Tiergesundheit beitragen.  Solche Maßnahmen würden jedoch mit steigenden Produktions- und Lebensmittelkosten einhergehen, räumte er ein.  

Den Bauernverband habe die verwendete Menge von 1.734 t Antibiotika im Jahr 2011 in der Landwirtschaft „nachdenklich gestimmt", sagte Brigitte Wenzel vom Deutschen Bauernverband (DBV). Deshalb müsse verstärkt auf Impfstoffe gesetzt werden, die zu einem Rückgang des Einsatzes von Antibiotika führen.

Zudem sei die Landwirtschaft bereit, sich dem Problem mithilfe des QS-Systems zu stellen. Wenzel sprach sich gegen die geplante staatliche Datenbank zur Erfassung der Medikamentenvergabe aus. Dieses Vorhaben sei unverhältnismäßig und überflüssig, sagte sie mit Verweis auf die bereits existierende QS-Datenbank, in der die Vergabe von Antibiotika erfasst wird.

Dr. Hermann-Josef Nienhoff von der QS Qualität und Sicherheit GmbH erklärte die grundsätzliche Bereitschaft zu einer „Kopplung" der geplanten staatlichen Datenbank mit der QS-Datenbank. Zu einer doppelten Erfassung der Daten dürfe es jedoch nicht kommen, unterstrich Nienhoff. (sch)

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