Milchpreise

Expertennetzwerk sieht mögliche Erholung


Die nationalen Milchpreise folgen den Preisen auf dem Weltmarkt, teilt das in Kiel ansässige International Farm Comparsion Network (IFCN), mit. Zudem zeige sich ein möglicher Verfall der lokalen Milchpreise in offenen Märkten schneller als in regulierten, heißt es von den rund 70 in mehr als 40 Ländern der Welt arbeitenden Experten.


"Seit mehr als 14 Monaten sieht sich die Welt einer Krise auf dem Milchmarkt gegenüber, bei der die Agrar- und Milchwirtschaft zehn Prozent und mehr unter der durchschnittlichen Gewinnmarge liegt", wird IFCN-Geschäftsführer Dr. Torsten Hemme in einer Mitteilung zitiert. Die Ursprünge dafür lägen in einer Milchkrise im Jahr 2012 sowie einer sich daran anschließenden Boomphase des Milchpreises in den Jahren 2013/14, ist Hemme überzeugt.


Aktuell habe das Milchangebot bereits auf die niedrigen Milchpreise reagiert. So werde nach Einschätzung des IFCN das Angebot im Jahr 2016 nur noch um 1,5 Prozent steigen, nach 1,8 Prozent im Vorjahr und sogar 3,2 Prozent im Jahr 2014. Gleichzeitig steige nach einem vorübergehenden Rückgang die Nachfrage. Das langjährige Mittel des Nachfragezuwachses betrage nach Aussage des IFCN durchschnittlich 2,4 Prozent. Im vergangenen Jahr lag es nur bei 1,8 bis 2 Prozent. Für 2016 erwartet IFCN ein Nachfragewachstum von 2 Prozent, welches damit zumindest im zweiten Halbjahr 2016 über dem Angebotswachstum läge.


Eine Erholung des Milchpreises in der zweiten Jahreshälfte hält das IFCN für möglich. Entscheidend dafür sei der Umgang mit den bestehenden Lagervorräten. "Wenn diese Bestände für längere Zeit gehalten werden, kann sich der Milchpreis bis Ende 2016 deutlich erholen", so Hemme. Würden sie dagegen schnell abgebaut, käme es zu einer verzögerten Erholung, folgert er. Dennoch sei eine Erhöhung des Milchpreises möglich. (jst) 
stats