az-Länderserie Kanada

Export ist ein unverzichtbares Standbein


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Kanada ist eine klassische Exportnation. Vor allem mit dem Nachbarn USA sind die wirtschaftlichen Verflechtungen besonders eng und damit auch die Abhängigkeit. Um wirtschaftliche Risiken zu minimieren, versucht Kanada die Zahl der Exportpartner weiter zu diversifizieren. Größter Wachstumsmarkt aus kanadischer Sicht ist China. Allein 2012 stieg der monetäre Wert der Agrarexporte dorthin um 84,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wichtigstes Exportprodukt der kanadischen Landwirtschaft ist Weizen. Hier belegt Kanada Platz 6 der wichtigsten Produzenten weltweit. Die diesjährige Weizenernte Kanadas schätzt das US-Agrarministerium USDA auf 26,0 Mio. t, basierend auf einer Anbaufläche von 9,6 Mio. ha und einem durchschnittlichen Hektarertrag von 2,7 t/ha. Angebaut wird vor allem Sommerweizen, der aber geringere Erträge liefert als Winterweizen. Mit 20,5 Mio. t werden mehr als zwei Drittel der Weizenproduktion exportiert. Wichtigster Abnehmer sind wie auch bei allen anderen Produkten die USA. Darüber hinaus fließt aber auch vor allem hochqualitativer Mahlweizen nach China, Japan, die EU, Mexiko, in den Nahen Osten und nach Nordafrika.

Zweitwichtigstes Agrarprodukt ist Canola-Raps. Dabei handelt es sich um praktisch erucasäurefreie Doppelnull-Rapssorten, die ursprünglich zu Unterscheidungszwecken als Canola (canadian oil, low acid) bezeichnet wurden. Die diesjährige kanadische Produktion ist jedoch aufgrund von Trockenheit deutlich niedriger ausgefallen und beläuft sich im aktuellen Wirtschaftsjahr auf 14,8 Mio. t, womit Kanada trotz allem hinter der EU-28 der global wichtigste Rapsproduzent ist. Mit 8,2 Mio. t wird gut die Hälfte der Ernte unverarbeitet exportiert. Wichtigste Abnehmer sind China, Japan und Mexiko. Auch Rapsschrot fließt zu einem erheblichen Teil in den Export, sodass insgesamt 85 Prozent der Rapsernte ausgeführt werden. Damit ist Kanada extrem abhängig vom Weltmarkt und dem globalen Preisniveau. Für die Versorgung der EU spielt Kanada jedoch keine Rolle wegen des Anbaus gentechnisch veränderter (GV-)Rapssorten.

Bei Gerste nimmt Kanada mit einer Erzeugung von 7,7 Mio. t 2015/16 den 4. Weltrangplatz ein. Allerdings ist der Anbau in den vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgefahren worden. Die Anbaufläche reduzierte sich von gut 4,5 Mio. ha Anfang der 1980er Jahre auf nur noch 2,3 Mio. ha in der laufenden Kampagne. Von der gesamten Produktion werden rund 6,6 Mio. t im Lande selbst konsumiert. Lediglich 1,5 Mio. t werden ausgeführt. Zieldestinationen sind die USA, China und Japan, aber beispielsweise auch der Iran. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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