Die Ernährungsindustrie konnte im Dezember 2015 nicht weiter wachsen, der Branchenumsatz ging im Vorjahresvergleich minimal um 0,7 Prozent auf 14,5 Mrd. € zurück. Die Verkaufspreise im In-und Ausland entwickelten sich relativ stabil, wodurch die Absatzmenge bei 0,2 Prozent stagnierte, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit. Dass der Umsatzrückgang nicht größer ausfiel, sei vor allem den Zuwächsen im Exportgeschäft zu verdanken. Im Dezember wurden Lebensmittel im Wert von 4,4 Mrd. € exportiert, das sind 1,2 Prozent mehr als noch im Vorjahresmonat. „Das fehlende Wachstum im Inland, zunehmende Exporthürden, hohe Produktionskosten, mehr internationaler Wettbewerb und der Fachkräftemangel setzen die Unternehmen der Ernährungsindustrie erheblich unter Druck und begründen weitere Konsolidierungstendenzen am Markt“, stellt der BVE fest.

Stimmung in Unternehmen eingetrübt

Die Stimmung hat sich im Februar 2016 weiter eingetrübt, der ifo-Index sank um zwei Punkte auf ein mehrheitlich negatives Stimmungssaldo. Die Lebensmittelhersteller beurteilten vor allem die aktuelle Geschäftslage schlechter als im Vorjahr und auch die Geschäftserwartungen blieben verhalten. Die Hoffnungen für das nächste Quartal ruhen weiterhin auf dem Exportgeschäft sowie stabileren Preisen.

Lebensmittelpreise stabil

Das Konsumklima in Deutschland befindet sich insbesondere im europäischen Vergleich auf einem hohen Niveau. Eine positive Konsumstimmung steigert nicht automatisch den Konsum an Waren, schränkt der BVE ein. Besonders beim Lebensmitteleinkauf herrsche eher Zurückhaltung. Es werde weniger eingekauft und mehr außer Haus gegessen, dabei werde Qualität immer wichtiger als der Preis. Angesichts der schwachen Teuerung müssten Verbraucher nicht besonders preissensibel sein. Im Januar 2016 blieben die Lebensmittelpreise und Lebenshaltungskosten im Vormonatsvergleich stabil, sie stiegen nur leicht um 0,8 beziehungsweise 0,5 Prozent. (az)
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