Exportchancen für Milch nutzen


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Die Milchquote solle in allen EU-Mitgliedstaaten um 2 bis 3 Prozent angehoben werden, und zwar sofort. Dies forderte die niederländische Agrarministerin Gerda Verburg auf dem informellen EU-Landwirtschaftsministerrat in dieser Woche im portugiesischen Porto. Die EU soll die hohe Nachfrage nach Milchprodukten nutzen und die Erzeugung ausdehnen, argumentierte die Niederländerin. Der französische Agrarminister Michel Barnier stimmte einer Erhöhung um 2 Prozent zu, allerdings müsse es zunächst Folgeabschätzungen geben. Gert Lindemann, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, regte an Stelle höherer Quoten einen Nachlass auf die Strafabgabe für Landwirte mit Überproduktion an. Das sei als zeitlich befristete Maßnahme geeigneter, meinte Lindemann. Einmal erhöhte Quoten seien dagegen nicht wieder so leicht vom Markt zu nehmen, wenn die Nachfrage nachlasse. Polen, Italien und Spanien fordern seit längerem mehr Produktionsrechte. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel zeigte sich in Porto den Ideen zur Pflege der Absatzmärkte gegenüber aufgeschlossen. (Mö)
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