BVA-Markteinschätzungen

Exportchancen für Weizen kommen noch

Ludwig Striewe, äußerte sich heute auf dem Pressegespräch des Verbandes skeptisch über Chancen für höhere Weizenpreise. „Teile Deutschlands und Westeuropas haben zwar eine schlechte Weizenernte eingefahren, doch weltweit schwimmen wir in Weizen. Dies zerrt an den Preisen, die auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise gefallen sind“, konstatierte der Getreidefachmann. Trotz der niedrigen Weizenpreise bei uns gebe es für den Rest der Welt Produktionsanreize, da viele Länder abgewertet hätten und die Weizenpreise dort ihr hohes Niveau gehalten hätten.

Deutscher Weizen stehe trotz der schwachen Ernte genügen für den Mühlenbedarf und für den Export zur Verfügung. Exportchancen würden sich vor allem für die zweite Hälfte es Wirtschaftsjahres ergeben, möglicherweise aber schon im Oktober/November, wenn die Ukraine und die USA verstärkt Mais verladen würden. Dann gelte es den Markt zu bedienen und die Chancen zu nutzen. Für Deutschland erwarte er einen Weizenexport von etwa 4 bis 4,5 Mio. t in Drittländer.

Intensität im Pflanzenschutz rückläufig

Beim Pflanzenschutz habe sich in der abgelaufenen Saison eine Trendumkehr zu weniger Intensität beobachten lassen, berichtete BVA-Vorstandsmitglied Stefan Knittel. Viele Landwirte hätten trotz massivem biologischen Krankheitsdrucks auf billige und veraltete technische Produkte gesetzt und die Quittung in niedrigen Erträgen und schlechten Qualitäten erhalten. Das Pflanzenschutzgeschäft sei von einem deutlichen Umsatzrückgang und hohem Wettbewerbsdruck geprägt, von dem die Industrie noch stärker als der Handel betroffen gewesen sei. Den stärksten Einbruch habe es bei Getreide-Fungiziden gegeben, Insektizide hätten bereits zum zweiten Mal hintereinander ein sehr schlechtes Geschäftsjahr gehabt. In der Summe seien die Anwendungen im Pflanzenschutz um etwa 10 Prozent zurückgegangen schätzte Knittel.

Der Hype in der Agrarwirtschaft sei vorbei, beobachtet BVA-Vorstandsmitglied Rainer Schuler. Rückläufige Umsätze bei Betriebsmitteln, Düngemittel und Landmaschinen zeugten von einer schwächeren Intensität in der Landwirtschaft. Bei Düngemittel sei die Wertschöpfung aufgrund des Preisverfalls in der vorangegangenen Saison deutlich gesunken. Im neuen Wirtschaftsjahr habe das niedrige Preisniveau für Düngemittel aber zu höheren Vorkäufen des Handels geführt, der etwa 40 Prozent seines Bedarfs gedeckt habe. Schätzungen im BVA gehen davon aus, dass auch die Landwirtschaft bereits 20 Prozent der benötigten Düngemittel in den Büchern haben könnte. (St)
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