Ernährungsindustrie

Exportklima hellt sich auf


Das Exportklima der Ernährungsindustrie übertraf im Dezember 2015 das Vorjahresniveau. Der Saldo aus Geschäftslage und -erwartungen verbesserte sich um +8 Punkte auf +42 Punkte. Die üblichen saisonalen Effekte ließen das Exportklima jedoch gedämpfter ausfallen als im Sommer 2015. Die Entwicklungen trafen gleichermaßen auf die positiven Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage sowie die Erwartungen an das Exportgeschäft in den kommenden sechs Monaten zu.

Die Stimmungslage in den einzelnen Branchen bleibt unterschiedlich. Überdurchschnittlich positiv zeigt sich das Exportklima aktuell in den Branchen Backwaren, Feinkost, Bier, Molkereiprodukte, Süßwaren, Öl sowie in der Obst- und Gemüseverarbeitung. "Der Weltagrarhandel wird nachfragebedingt immer dynamischer, aber auch immer komplexer", so Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). "Die Qualität und Sicherheit deutscher Lebensmittel ist so hoch wie nie, deswegen sind sie am Weltmarkt so gefragt."


Exportbarometer
Das Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie erstellt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC im Auftrag der BVE, mittlerweile zum 12. Mal. Es wird gefördert durch das Bundesagrarministerium (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Die wichtigsten Exportmärkte sind laut Einschätzung der Unternehmen derzeit die Niederlande, Italien, Frankreich, die Schweiz, die USA, China, Österreich und Großbritannien. Der Anteil der Lebensmittelexporteure, die ihre Produkte außerhalb der EU absetzen, ist auf 76 Prozent gestiegen. Die Absatzerwartungen für die nächsten sechs Monate sind für die meisten Märkte konstant, allein für China, die USA, Australien und Dänemark erwartet die Mehrheit der Lebensmittelexporteure steigende Absätze. Die Erwartungen an das Russlandgeschäft zeigen sich ausgeglichener als noch vor einem halben Jahr. Jedoch gehen noch immer 28 Prozent der Exporteure von weiter sinkenden Absätzen aus.

Das Exportgeschäft generiert der Ernährungsindustrie das fehlende Wachstum, jedoch haben sich der Wettbewerbsdruck und die Marktzugangsbarrieren im internationalen Handel deutlich erhöht. Im 1. Halbjahr 2015 wurde mit Lebensmittelexporten in Höhe von 26,1 Mrd. € nur ein Zuwachs von 0,5 Prozent erreicht. "Um dem enorm hohen weltweiten Wettbewerbsdruck standzuhalten, müssen sich Lebensmittelhersteller ständig neu erfinden und gleichzeitig die hohen Standards in Qualität und Produktsicherheit langfristig sichern", erklärt Gerd Bovensiepen, Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter von PwC in Deutschland und Europa.

Wettbewerb im Wandel

Betrachteten die Lebensmittelexporteure vor drei Jahren noch deutsche Hersteller als ihre größten Konkurrenten im Exportgeschäft, so hat sich die Wettbewerbssituation aktuell deutlich gewandelt. Die größten Konkurrenten am Weltmarkt sind laut den Unternehmen die Niederlande (28 Prozent), Frankreich (23 Prozent), Italien (20 Prozent), die USA (18 Prozent) und China (16 Prozent). Auf den weltweit zehn größten Importmärkten für Lebensmittel, mit Ausnahme von den Niederlanden und Italien, ist die Mehrzahl der deutschen Exporteure nicht vertreten. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Wettbewerbssituation auf den größten Lebensmittelimportmärkten laut Einschätzung der Unternehmen nicht verändert. Als größte Konkurrenten sehen die deutschen Lebensmittelexporteure auf diesen Märkten vor allem die lokalen Hersteller sowie die europäischen Wettbewerber. (mrs)
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