Das Exportklima in der Ernährungsindustrie hat im Mai 2015 wieder zugelegt. Nach einem saison- und konjunkturbedingten Stimmungstief im Winter 2014, konnte sich der Saldo aus Geschäftslage und -erwartungen über das Vorjahresniveau hinaus um 3 Punkte auf 48 Punkte verbessern, teilte die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit. Das Exportbarometer erstellt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zweimal jährlich im Auftrag der BVE.

Positive Erwartungen für USA und China

Die positiven Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage nahmen stärker zu als die Erwartungen an das Exportgeschäft in den kommenden sechs Monaten. Die Stimmungslage in den einzelnen Branchen sei jedoch sehr unterschiedlich, so der BVE. Während das Exportklima bei den Herstellern von Molkereiprodukten und Backwaren weit über das Vorjahresniveau stieg, blieb es bei den Bierexporteuren deutlich darunter. Die Absatzerwartungen für die nächsten sechs Monate sind stabil bis positiv, über die Hälfte der Unternehmen erwartet steigende Exporte nach China, Spanien, in die USA und nach Polen. Die Zurückhaltung für das Russlandgeschäft ist hingegen weiter gestiegen, 50% der Lebensmittelexporteure erwarten sinkende Absätze.

Exportabhängigkeit steigt

Das Exportgeschäft der Ernährungsindustrie steht weiter unter Druck. Nach einem nur mäßigen Wachstum im Jahr 2014 um 2,0% liefen die ersten drei Monate des neuen Jahres nur schwierig an. Zwischen Januar und März 2015 gingen die Lebensmittelausfuhren im Vorjahresvergleich um 4,1% zurück. Für knapp die Hälfte der Unternehmen sei die Exportabhängigkeit in den vergangenen fünf Jahren gestiegen.

"Das Exportklima der deutschen Ernährungsindustrie bewegt sich derzeit branchenübergreifend auf Rekordniveau", erklärt Gerd Bovensiepen, Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter von PwC in Deutschland und Europa. Das aktuelle Exportbarometer zeige aber auch den Transformationsbedarf der Branche. Immer mehr Unternehmen zögen sich aus den Nicht-EU-Märkten zurück. Die hohe Exportabhängigkeit erfordere, dass Lebensmittelhersteller ihre Wertschöpfungsketten noch effizienter aufstellen müssen, so Bovensiepen. (az)
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