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Zudem ist das Land gegenüber neuen Technologien wie etwa der Grünen Gentechnik sehr aufgeschlossen. Dies stößt bei Handelspartnern jenseits des Atlantiks aber ebenso wenig auf Gegenliebe wie etwa der Einsatz von Hormonen in der Rindermast und erschwert den Abschluss des TTIP-Handelsabkommens.


Jenseits der unendlichen Weiten der Prärie, Cowboy- und Lagerfeuerromantik haben sich die Vereinigten Staaten von Amerika seit ihrer Unabhängigkeit 1776 zu einer wichtigen globalen Wirtschaftsmacht entwickelt. In Vielem sind die USA weltweit führend, vor allem in der IT, im Medizin- und Pharmasektor sowie im Militärbereich. Aber auch bei der Produktion von zahlreichen Agrargütern sind die USA fast immer unter den Top 5 zu finden. Rund 2,1 Mio. landwirtschaftliche Betriebe gibt es in den USA, wobei familiengeführte Betriebe dominieren. 97 Prozent aller Farmen sind in Familienbesitz. 9 Prozent davon bewirtschaften 400 ha und mehr und bearbeiten knapp 70 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche, wobei ein Großteil auch auf Weideland entfällt. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 175 ha.


US-Farmer sind gegenüber neuen Technologien sehr aufgeschlossen. 40 Prozent aller weltweit angebauten gentechnisch veränderten (GV-)Pflanzen – insbesondere Soja, Mais, Baumwolle und Raps – stehen in den USA. In puncto Landtechnik sind die Farmer bestens ausgerüstet und Precision Farming ist weit verbreitet. Spitzenpositionen im internationalen Vergleich nehmen die USA bei Weizen, Mais und Soja ein, aber auch in der Zuckerrüben- und Baumwollproduktion.


An den internationalen Agrarmärkten ist das Land der wichtigste Taktgeber. Neben der globalen Leitbörse der Warenterminmärkte, der Chicago Board of Trade (CBoT), die im 19. Jahrhundert gegründet wurde, sind auch die Schätzungen und Reports des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA richtungsweisend für die internationalen Märkte. In der Agrarpolitik rücken die USA ab von Direktzahlungen und stellen vielmehr Ernte- und Einkommenssicherungssysteme wie Ernteversicherungen in den Mittelpunkt.


Mit Blick auf tierische Produkte ist Milch das wichtigste Produkt. Mit knapp 94 Mio. t sind die USA nach Indien und vor China der zweitgrößte Milchproduzent weltweit. Bei Magermilchpulver stellen die USA rund ein Viertel der Weltproduktion. Exportiert werden vor allem Milchpulver und Käse, die in Mexiko, China und dem Nahen Osten gefragt sind. Beim Fleischkonsum sind die Amerikaner mit 115 kg pro Kopf und Jahr Spitzenreiter. In der Rindfleischproduktion belegen die USA Rang 1. Die mengenmäßig wichtigste Fleischart ist Geflügel. Rund ein Fünftel der heimischen Produktion wird nach Asien und Kanada exportiert. Bei Schweinefleisch nimmt das Land nach China und vor Deutschland Rang 2 ein. (AW)


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