Eurotier

„Extrem spannende Zeiten“

Etwa 100 deutsche Firmen weniger haben sich in diesem Jahr zur Messe Eurotier, die vom 15. bis 18. November in Hannover stattfindet, angemeldet. Insgesamt aber ist die Zahl der Aussteller gestiegen. 2014 präsentierten sich 2.300 Firmen. Heute, am Tag der Vorberichtspressekonferenz in Göttingen, verzeichnet der Ausrichter, die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) bereits 2.523 feste Buchungen.


Vor allem die Zahl der internationalen Aussteller ist gestiegen, allen voran Unternehmen aus China, gefolgt von den Niederlanden und Italien. Auch dass in diesem Jahr die „World Poultry Show“ wieder Bestandteil der Eurotier sein wird, wird zum Zuwachs beigetragen haben. Den Rückgang der deutschen Beteiligung erklärt DLG Geschäftsführer Dr. Reinhard Grandke mit den drastisch veränderten Rahmenbedingungen im Energiesektor: „Energie war ein Boombereich. Nachdem sich die Gesetzgebung geändert hat, ziehen sich die Unternehmen zurück.“

Schlechte Stimmung am Milch- und Getreidemarkt

Traditionell wird zur Einstimmung auf die November-Messe der DLG-Trendmonitor präsentiert. Er spiegelt die schlechte Stimmung am Milch- und Getreidemarkt. „Viele Effekte, die zwischen den Produktionsrichtungen ausgleichend wirkten, sind weggefallen“, kommentiert Grandke. Einzig der Schweinemarkt hat sich - von einer Niedrigpreisphase kommend - erholt. "Wir befinden uns in extrem spannenden Zeiten, wie ich sie noch nicht erlebt habe", so Grandke. Das Preistief allerorten schlägt sich auf die Stimmung unter Landwirten nieder. So fallen sowohl die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung als auch die Investitionsbereitschaft der Landwirte in Deutschland, Frankreich und Polen mager aus.


Ob das auch bereits zur Zurückhaltung der Innovationskraft im Agribusiness geführt hat, ist nicht leicht zu beantworten. Jedenfalls sinkt die Menge der auf der Eurotier präsentierten Neuheiten. In diesem Jahr sind es 251, von denen 25 im November prämiert werden. 2014 waren es noch 270. Neuheiten seien in erster Linie eine Frage der Qualität und nicht der Quantität, meint dazu Professor Eberhard Hartung, Vorsitzender der Eurotier Neuheitenkommission. (kbo)
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