FAO und OECD: Mittelfristig bleiben Preise hoch

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Zwei schwache Getreideernten in den global wichtigen Anbaugebieten haben den dramatischen Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Rohstoffen ausgelöst. Hinzu kommen die niedrigen Getreidebestände und die Konkurrenz um das Getreide als Nahrungs- oder Futtermittel. Solche Entwicklungen sind den Wissenschaftlern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Welternährungsorganisation (FAO) aus früheren Jahren nicht unbekannt. Neu ist jedoch, dass zusätzlich zur ohnehin wachsenden Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln die Verwendung von Agrarrohstoffen für Biotreibstoffe sehr schnell steigt, heißt es im am Donnerstag vorgestellten "Agricultural Outlook" für die Jahre 2008 bis 2017. In absoluten Zahlen dominiert zwar weiterhin das Nachfrageplus nach Nahrungs- und Futtermitteln, schätzen die Experten. Der Verbrauch im Energiesektor unterstütze aber in starkem Maße ein insgesamt höheres Preisniveau für die Rohstoffe. Solch höhere Preise seien in vielen Ländern Anreiz, den Getreideanbau auszuweiten. Ungeachtet dessen könnte in den kommenden Jahren immer wieder die global große Nachfrage nach Getreide das Angebot übertreffen. FAO und OECD rechnen von 2008 bis 2017 mit deutlich höheren Preisen. Gegenüber dem Zeitraum von 1998 bis 2007 werden nach ihren Berechnungen die durchschnittlichen Preise für Fleisch um 20 Prozent steigen, für Zucker um 30 Prozent, für Weizen, Mais und Magermilchpulver um 40 bis 60 Prozent und für Pflanzenöle um 80 Prozent. (da)
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