FAO und OECD: Weizenbestände schmelzen weiter ab


Die weltweite Weizenbilanz schrumpft bis 2021. Die Bedeutung der Schwarzmeerländer für den globalen Handel steigt - und damit das Risiko für Preisschwankungen.

In ihrem gemeinsamen Ausblick auf die Agrarmärkte für den Zeitraum 2012 bis 2021 gehen die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO von einem inflationsbereinigt höchstens stabilen Preisniveau für die wichtigsten Agrarrohstoffe aus. Auch die Weizenpreise werden unter Berücksichtigung der jährlichen Teuerungsrate eine flache Entwicklung aufweisen, schätzen die Organisationen in dem am heutigen Mittwoch vorgestellten Bericht.

Die Bedeutung der Schwarzmeerländer Russland, Ukraine und Kasachstan für den weltweiten Handel mit Weizen wird im Betrachtungszeitraum zunehmen. Da die Produktionsbedingungen dort Schwankungen unterliegen, steigt mit der zunehmenden Wichtigkeit der Region auch das Risiko für volatile Preise an den Agrarmärkten, schreiben OECD und FAO.

Die globale Produktion von Weizen wird laut Ausblick bis 2021 auf 761 Mio. t steigen. Im Jahr 2000 wurden weltweit nach Angaben von OECD und FAO nur 600 Mio. t produziert.

Das Verhältnis von Beständen zu Verbrauch („stock-to-use ratio“) wird 2021 bei weltweiter Betrachtung rund 32 Prozent betragen. Zum Vergleich: Im gerade beendeten Wirtschaftsjahr 2011/12 waren es knapp 35 Prozent; im Krisenjahr 2007/08 allerdings nur 21.

Erzeuger auf der ganzen Welt werden die Weizenfläche zwischen 2012 und 2021 um voraussichtlich 3 Prozent ausdehnen. Am stärksten sollen die Flächen in Russland, der Ukraine und Kasachstan wachsen.

Die Ertragssteigerung bei Weizen sind nach Berechnungen von OECD und FAO auf 0,7 Prozent jährlich begrenzt. (pio)
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