FAO warnt vor Exporterstattungen für Milch

1

Am Weltmarkt sind die Preise für Milch und Milchprodukte unter Druck. Wie tief sie noch fallen, hängt auch von der Exportpolitik der EU ab. Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO führt in einer Analyse des globalen Milchmarktes mehrere Gründe für den Preisrückgang seit Juli 2008 an. Zusammen getroffen seien ein steigendes Angebot, die Aufwertung des US-Dollars und die Zuspitzung der internationalen Finanzkrise. Für noch nicht kalkulierbar hält die FAO die Auswirkungen des Melamin-Skandals in China. Dort war nach den Olympischen Spielen ans Licht gekommen, dass Babynahrung mit der Chemikalie versetzt worden war, um einen höheren Milcheiweißgehalt vorzutäuschen. Da China weltweit das viertgrößte Erzeugungs- und Verbrauchsland für Milch ist, erwartet die FAO Folgen für den globalen Markt.

Nicht zuletzt weist die Organisation auf die Verantwortung der EU hin. Sollten die Preise für Butter und Magermilchpulver demnächst unter das Interventionspreisniveau der EU fallen, könnte dies zur Wiedereinführung von Exporterstattungen führen. In diesem Fall aber, so warnt die FAO, wäre nach den bisherigen Erfahrungen das Preisdumping eröffnet. Denn andere Exportländer würden dann versuchen, die herunter subventionierten EU-Preise noch zu unterbieten. (db)

stats