Nach Ansicht von FDP-Politikern muss der volkswirtschaftliche Nutzen von Pflanzenschutzmitteln stärker beachtet werden. Das Bundesagrarministerium dürfe nicht nur die Risiken betrachten. Das fordern die landwirtschaftliche Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan und der FDP-Politiker Rainer Erdel. Sie verweisen auf den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP), der im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) erstellt wird. Ziel des NAP ist die Reduktion von Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können.

Die beiden Politiker verweisen auf die Wohlstandsgewinne durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Einer Studie von Wissenschaftlern der Berliner Humboldt-Universität zufolge belaufen sich diese auf etwa 4 Mrd. €  pro Jahr. Der Ertrag etwa bei Weizen liege ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln etwa um die Hälfte niedriger. Angesichts zunehmender Flächenkonkurrenz in Deutschland verdeutliche dies Notwendigkeit des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, so die FDP-Politiker.

Weil in den vergangenen Jahren wichtige Pflanzenschutzmittel verboten wurden, müssten Landwirte zunehmend selbst mischen oder mehrmals unterschiedliche Pflanzenschutzmittel ausbringen, um den notwendigen Effekt zu erzielen. Für die Vermeidung von Resistenzbildungen bei Schadorganismen sei es unverzichtbar, dass eine ausreichend große Auswahl verschiedener Pflanzenschutzmitteln zugelassen und in der Praxis einsetzbar bleibe, fordern die Politiker. (sch)

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