Der Koalitionszwist zwischen der FDP und Agrarministerin Ilse Aigner keimt wieder auf. Die Liberalen fühlen sich zu wenig eingebunden in die von Aigner angekündigte Charta für Landwirtschaft und Verbraucher. „Ich kann nicht erkennen, dass wir als Abgeordnete dort erwünscht sind", sagt Christel Happach-Kasan gegenüber agrarzeitung.de. Die Vorbereitungstreffen für die Charta seien so gewählt, dass die FDP-Abgeordnete auf Grund ihrer Anwesenheitspflichten in den Sitzungswochen des Bundestages nicht teilnehmen könne.

Das erste Treffen im Rahmen der Charta soll am 15. März 2011 mit den Schwerpunkten Emissionen aus der Landwirtschaft, Flächennutzung sowie Klimaschutz und Biodiversität stattfinden. Bis zum Juni sollen in drei weiteren Sitzungen die Themen Tierhaltung, Weltagrarhandel und Lebensmittel folgen. Im Herbst soll aus den Ergebnissen die Charta geschrieben werden. „Mir fehlt die wirtschaftliche Perspektive", kritisiert Happach-Kasan außerdem die Themenauswahl. Sie fürchte am Ende der Debatte kämen neue Anforderungen für die Landwirtschaft heraus, die keiner bezahlen würde, so Happach-Kasan weiter. Das Bundesagrarministerium (BMELV) weist die Vorwürfe von sich. Die Treffen seien gerade dafür eingerichtet, um den Dialog zwischen allen zu fördern. Es sei selbstverständlich, dass Vertreter aller Parteien sowie Vertreter aus Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Umweltverbänden gehört würden. (sta)
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