In einer der zahlreichen, juristisch geführten Familienstreitigkeiten bei Deutschlands größtem Fleischkonzern hat sich Mitinhaber Robert Tönnies vor Gericht nicht durchsetzen können. Er hatte die Abberufung des langjährigen Steuerberaters Josef Schnusenberg sowie eines Wirtschaftsprüfungsunternehmers aus Düsseldorf gefordert. Beide hatten auch ein privates Mandat des anderen Gesellschafters und Onkels von Robert Tönnies, Clemens Tönnies. Im Fall Schnusenberg haben sich beide Seiten nach der mündlichen Verhandlung Ende Januar außergerichtlich geeinigt, berichtet lebensmittelzeitung.net unter Berufung des Landgerichts Bielefeld.

In Bezug auf die Wirtschaftsprüfer sah das Gericht keine Nachteile für Robert Tönnies, der Steuerprüfer habe sein Mandat ohnehin niedergelegt. Die geforderte Abberufung wegen Interessenskonflikten der gerade erst beauftragten Prüfer wäre für die Firma Tönnies eher schädlich gewesen. Pflichtverletzungen konnte das Gericht nicht erkennen.

Der Streit um die Berater ist dabei nur ein kleiner Teilaspekt in der Auseinandersetzung. Die eigentliche Machtfrage wird ab diesem Montag am Oberlandesgericht (OLG) Hamm und in einem weiteren Verfahren am Landgericht Bielefeld verhandelt. Dabei geht es um ein doppeltes Stimmrecht für Unternehmenschef Clemens Tönnies und die Schenkung von Firmenanteilen.(az)
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