Die Auseinandersetzung von Clemens Tönnies mit seinem Neffen Robert um den Fleischkonzern wird nun in der Öffentlichkeit ausgetragen und droht das Unternehmen zu schädigen.

Bereits seit Februar brodelt der Familienstreit um einen 5 Prozent-Anteil am Unternehmen. Jetzt wird er in offenen Briefen und über die Presse in die Öffentlichkeit gezogen. Führungskräfte befürchten eine Zerschlagung des Unternehmens. Clemens Tönnies und sein Neffe Robert halten beide 50 Prozent.

Im Jahr 2008 hatte Robert Tönnies, der Sohn des 1994 verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies, seinem Onkel allerdings 5 Prozent der Anteile geschenkt. Die fordert er nun zurück. Der Anwalt des Neffen beruft sich auf ein Gesetz im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), nach dem eine Schenkung rückgängig gemacht werden könne, wenn sich der Beschenkte wegen einer schweren Verfehlung gegen den Schenker des groben Undanks schuldig gemacht hat.

Der Vorwurf lautet: Clemens Tönnies habe im Fleischbereich durch private Beteiligungen einen Mehrwert geschaffen, weigere sich allerdings diesen in die Tönnies-Gruppe zu integrieren. Robert Tönnies erhofft sich durch den Vorgang die Mehrheit am Unternehmen mit einem Umsatz von 4,3 Mrd. € (netto).

Führungskräfte mutmaßen laut der Lokalpresse, dass hinter Robert und seinem Anwalt Finanzinvestoren stecken könnten, die sich lukrative Teile aus dem Konzern sichern wollen. Zur Verunsicherung trage auch bei, dass Clemens Tönnies mit dem Neffen ungewohnt milde umgehe. (hed)
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