Fast alle Molkereien in Österreich spüren Parmalat-Folgen

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Sollte der Lebensmittelbereich des angeschlagenen Milchmultis Parmalat tatsächlich zerschlagen und einzelne Betriebe verkauft werden, dann würde die Niederösterreichische Molkerei (NÖM) den Kauf angebotener Parmalat-Standorte in EU-Erweiterungsländern, wie etwa in Ungarn, "sorgfältig prüfen". Das erklärte der Generaldirektor des NÖM-Haupteigentümers Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Erwin Hameseder, in der jüngsten Ausgabe der "Raiffeisenzeitung". Am Kauf von Parmalat-Betrieben in Italien habe die NÖM allerdings kein Interesse.

Einen nach den Worten von Hameseder "Gott sei dank sehr überschaubaren Schaden von weit unter 1 Mio. EUR" werde möglicherweise die NÖM erleiden, weil die letzten Milchlieferungen von Parmalat nicht mehr bezahlt werden konnten. Derzeit würden mit Parmalat Gespräche über eine Wiederaufnahme der NÖM-Lieferungen geführt. Wenn Parmalat wieder Zahlungen leisten könne, "werden wir nach Vorauszahlung liefern", hieß es dazu.

Der Bilanzfälschungsskandal beim Milch-Multi Parmalat trifft auch andere österreichische Zulieferer. Wie die Kreditversicherungen ÖKV Coface und Prisma dem "WirtschaftsBlatt" bestätigen, müssen sie für Parmalats Zahlungsrückstände in Millionenhöhe aufkommen. Neben der NÖM AG sind zahlreiche österreichische Molkereien betroffen. (AIZ)

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