Baden-Württemberg

Ferkelerzeuger leiden weiter

Ein weiteres Jahr lang erreichten Ferkelerzeuger in Baden-Württemberg keine vollkostendeckenden Betriebsergebnisse. Dies ist das Fazit des aktuellen Schweinereports. 


Kaum veränderte Ferkelerlöse und identische Direktkosten je Ferkel sorgten für ein nicht zufriedenstellendes Resultat im Wirtschaftsjahr 2015/2016. Unterm Strich beträgt das Betriebszweigergebnis der ausgewerteten Betriebe damit 360 € je Sau und Jahr, was einem Plus von ca. 13 € im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit ist eine deutliche Verbesserung, wie von vielen Betrieben erhofft, ausgeblieben.


Einen kleinen Lichtblick lässt das Erlösniveau der Ferkelnotierung im aktuellen Jahr zu, heißt es im von der Landesanstalt für Schweinezucht (LSZ) in Boxberg erstellten Schweinereport. Das aktuelle Wirtschaftsjahr startete mit einem hohen Preisniveau, das bis auf einen kurzen Rückgang zum Jahresende 2016, aktuell bis auf knapp 60 € je Ferkel anstieg. Allerdings müsste sich dieses Niveau über einen längeren Zeitraum halten, um die Defizite aus den Vorjahren auszugleichen. Darüber hinaus belasten die aktuellen Diskussionen wie das näher rückende Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 und die Anforderungen an die Haltung von Sauen im Deckzentrum, die Stimmung in der Branche, heißt es.


Zwar hat die Landesanstalt für Schweinezucht in Boxberg mit 121 Betrieben nur eine sehr kleine Gruppe ausgewertet. Dennoch zeigt dies wie weit die Leistungsspannen auseinanderliegen können. Die Bestandsgrößen der teilnehmendne Betriebe reichten von 36 bis über 500 Zuchtsauen. Die abgesetzten Ferkel je Sau und Jahr reichten von 15,0 bis 32,8, die direktkostenfreien Leistung (DkfL) pro Sau und Jahr lagen im Schnitt bei 360 €. Die weniger guten Betriebe erzielten nur knapp 16 € pro Sau und Jahr. Die besseren 25 Prozent der Betriebe lagen hingegen bei 563 €/Sau und Jahr. Aber auch das habe für eine Vollkostendeckung, die bei über 600 € je Sau und Jahr liegt, noch nicht gereicht, heißt es aus Boxberg. (kbo)
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