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Ein Ferkelerzeuger in Deutschland arbeitet derzeit für weniger als einen Euro in der Stunde. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Damme. Bei durchschnittlich 21 verkauften Ferkeln pro Sau und Jahr belaufen sich die Gesamtkosten pro Sau und Jahr ohne Lohnanspruch nach ISN-Ermittlungen auf 1.080 €. Umgerechnet auf ein Ferkel sind das rund 51,50 €. Bei der aktuellen Marktsituation erlösen die Ferkelerzeuger für ein 28 kg-Ferkel inklusive aller Zuschläge jedoch lediglich 49 €, berichtet die ISN weiter. Zusammen mit dem Erlös für die Altsau reicht das gerade, um die entstandenen Kosten zu decken. Zur Entlohnung der eingesetzten Arbeit, die sich im Schnitt auf 12 Stunden pro Sau und Jahr beläuft, stehen somit insgesamt lediglich 7,50 € zur Verfügung. "Damit sind die Ferkelerzeuger derzeit die Ein-Euro-Jobber in der Schweinehaltung", stellt ISN-Marktreferent Andreas Beckhove fest. Und weiter: "Wenn die Ferkelpreise so bleiben, muss ein Durchschnittsbetrieb mit 150 Sauen einen unternehmerischen Verlust von rund 35.000 Euro hinnehmen."

Neben den niedrigen Erlösen sind es insbesondere die gestiegenen Kosten, die den Schweinehaltern zu schaffen machen. So sind die Futterkosten im Vergleich zum Vorjahr bereits um 10 bis 15 Prozent gestiegen. (ED)

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