Fischzucht

Fettsäuren aus Meeresalgen

Evonik und Royal DSM bauen in Blair, Nebraska (USA), eine Fabrik für industrielle Produktion von Omega-3-Fettsäuren aus natürlichen Meeresalgen. DSM Nutritional Products und Evonik Nutrition & Care investieren rund 200 Mio. US-Dollar in die Anlage, teilen die beiden Unternehmen mit, die sich zu gleichen Teilen in dem Projekt finanziell engagieren. Die jährliche Produktionskapazität werde anfangs rund 15 Prozent der aktuellen Jahresnachfrage nach Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in der gesamten Lachszuchtindustrie decken. Die Anlage soll 2019 die Produktion aufnehmen. Im März 2017 hatten beide Unternehmen die Gründung das Joint Ventures „Veramaris“ angekündigt.

Die Wahl fiel auf Blair, um von der operativen Erfahrung profitieren zu können, die Evonik dort über Jahrzehnte bei Biotechnologieprozessen im industriellen Maßstab gesammelt hat. Evonik betreibt in Blair seit fast 20 Jahren eine Anlage für die fermentative Herstellung der Aminosäure L-Lysin. Die neue Anlage wird neben dem bestehenden Werk von Evonik auf einem Standort von Cargill liegen - mit sehr gutem Zugang zu den Rohstoffen, die für die Herstellung der hochwertigen, reinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA benötigt werden. Dank dieser Innovation können erstmals Omega-3-Fettsäuren für die Tierernährung ohne Fischöl aus gefangenem Wildfisch hergestellt werden. Die Produktion zielt zunächst auf Anwendungen in Lachs-Aquakulturen sowie im Haustierfutter ab.

Das hochkonzentrierte Algenöl von Evonik und DSM soll die Tierernährungsindustrie dabei unterstützen, die steigende Nachfrage nach beiden essentiellen Omega-3-Fettsäuren zu decken, ohne dabei Fischbestände zu gefährden. Das trage zur gesunden Tierernährung bei, erhalte das natürliche Gleichgewicht und die Artenvielfalt der Ozeane, so die beiden Partner. Bis zur Eröffnung des neuen Werks in Blair werden DSM und Evonik das Algenöl in der Produktionsanlage von DSM in Kingstree, South Carolina, im Pilotmaßstab produzieren. Auf diese Weise könnten Kunden „nennenswerte Mengen“ des Produkts zur Marktentwicklung bereits während des Baus der neuen Produktionsanlage beziehen. (SB)
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