Den Märka-Standort Eberswalde will die HaGe Kiel betreiben.
-- , Foto: HaGe Kiel
Den Märka-Standort Eberswalde will die HaGe Kiel betreiben.

Zwölf ihrer Standorte in Brandenburg, Sachsen und Thüringen hat die Märka GmbH verkauft. Wie die Muttergesellschaft Verbio Vereinigte Bioenergie AG weiter mitteilt, will die Hauptgenossenschaft (HaGe) Nord AG, Kiel, elf Standorte übernehmen. Das Pflanzenschutzlager in Großbothen geht an die Agravis Raiffeisen AG. In Summe wurde ein „angemessener Kaufpreis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich vereinbart“, heißt es weiter von der Verbio.

Bundeskartellamt muss zustimmen

Im Einzelnen hat die HaGe Kiel mit der Verbio eine Einigung über den Erwerb von folgenden Landhandelsstandorten der Märka gefunden: Im Norden handele es sich um die Betriebsstätten Gransee, Eberswalde, Golzow, Werneuchen, Neustadt, Wüstermark und Brandenburg. Im Süden des Märka-Gebietes seien es Seitschen, Großhennersdorf, Oberböhmsdorf und Großsteinberg, teilte das Unternehmen auf Anfrage von agrarzeitung.de mit. "Erst wenn das Bundeskartellamt zugestimmt hat, wird der Kauf gültig", sagte eine HaGe-Sprecherin.

Landwirte in den Regionen können davon ausgehen, dass sie ihre Ernte an die Erfassungsstandorte liefern können. Je nachdem ob das Kartellamt bis Erntebeginn zugestimmt hat, erfolgt die Erfassung im Namen der HaGe oder noch über die Märka. Die Übernahme der Erfassungsverträge ist nach Informationen der Verbio nicht Gegenstand der Verkaufsverträge.

HaGe stärkt Präsenz im Osten

„Für die HaGe bedeutet der Erwerb eine deutliche Verstärkung unserer Präsenz im östlichen Marktgebiet“, so HaGe-Vertriebsvorstand Markus Grimm. "Die nördlichen Standorte sollen zukünftig von unserer Region HaGe Nordland mit verantwortet werden". Für die vier Standorte im Süden ist eine Bewirtschaftung durch den Roth Agrarhandel beabsichtigt. Mit diesem Schritt wird die HaGe in sieben Bundesländern nahezu flächendeckend im Geschäft mit der Landwirtschaft präsent sein.

Nach weiteren Angaben der Verbio übernehmen die Käufer neben den Grundstücken und Immobilien auch sämtliche Arbeitsverhältnisse an den Standorten. Dabei handele es sich um circa 70 Mitarbeiter. Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio AG, äußerte sich erfreut über die „erfolgreichen Transaktionen“, die „das Interesse an den leistungsfähigen und gut ausgestatteten Erfassungsstandorten der Märka und Ihren qualifizierten Mitarbeitern widerspiegeln“.

Verbio sieht Joint-Ventures als Option

Für die verbleibenden Standorte würden „verschiedene strategische Optionen“ geprüft. Dazu befinde man sich mit weiteren Interessenten für weitere Standorte im Gespräch. Nach Angaben einer Verbio-Sprecherin ist aber auch die Weiterführung der Standorte in Form von Joint-Ventures eine Option.

Verbio hatte Ende April bekannt gegeben, sich von der Tochtergesellschaft Märka trennen zu wollen, um sich stärker auf ihr Kerngeschäft, die Produktion von Biokraftstoffen, zu fokussieren. (da/pio)
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