40 Mio. Euro Schaden sind der deutschen Geflügelwirtschaft nach Einschätzung ihres Zentralverbandes bislang durch H5N8 entstanden. Und ein Ende der Seuche zeichnet sich noch nicht ab. Für einen Teil der Ausfälle kommen die Tierseuchenkassen der jeweiligen Bundesländer auf, in die die Züchter jährlich einzahlen.  Auf einem anderen Kostenpunkt bleibt ein Teil der Landwirte bislang jedoch sitzen: Wer eigentlich teurere Freilandeier produzieren möchte, das aber auf Grund der andauernden Stallpflicht nicht kann, muss mit Verlusten rechnen. Für diese Ausfälle springt die Tierseuchenkasse nicht ein.

Hilfe - finanzieller Art - für diese Landwirte könnte nun von der EU kommen. Deutschland könnte Europa um Hilfe bitten. Die Forderung nach Entschädigung auf europäischer Ebene sei eine mögliche Option, bestätigt das Agrarministerium einen Bericht der Tageszeitung "Tagesspiegel". Bislang sei jedoch noch kein Antrag auf diese EU-Hilfen gestellt worden. Der Grund: das Ausmaß der Schäden sei noch unklar, da noch keine belastbaren Zahlen vorlägen.

Solidarisch mit den Eierproduzenten hatten sich zuvor bereits Händler gezeigt und den Erzeugern Freiland-Preise gezahlt, auch wenn sie die Eier nicht als solche an ihre Kunden verkaufen können.

In vielen Regionen wurde zwischenzeitlich die Stallpflicht gelockert. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat jedoch noch keine Entwarnung bei der Vogelgrippe gegeben. Es bewertet das Risiko für Geflügelhaltungen weiterhin als "hoch". Insgesamt 28 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen zählte das Institut im Jahr 2016, 66 im Jahr 2017. Damit ist es die größte jemals dokumentierte Geflügelpest-Serie Deutschlands. (got)
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