Bayer-Konzern

Finanzspritze für Crop Science

Sehr zuversichtlich beurteilt Liam Condon das langfristige Wachstumspotenzial der Agrarmärkte. Deswegen stellte das Vorstandsmitglied der Bayer AG, der gleichzeitig die Division Crop Science leitet, am Mittwoch bei einer Konferenz in Leverkusen umfassende Finanzmittel in Aussicht. „Wir investieren nicht nur weiter in Innovation, sondern haben auch für 2017 bis 2020 Investitionen für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro geplant“, sagte Condon. Allein die jährlichen Investitionen für Forschung und Entwicklung (F&E) bezifferte er auf mehr als 1 Mrd. €.

Was das Wachstum anbetrifft, herrscht 2016 aber erst einmal Flaute: „Vor dem Hintergrund eines weiterhin schwachen Marktumfelds rechnen wir damit, dass Crop Science sich besser als der Markt entwickelt und der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt auf Vorjahresniveau bleibt." Condon schätzt einen Umsatz in diesem Jahr von rund 10 Mrd. €. Im Jahr 2015 hatte das Unternehmen in der Agrarsparte 10,4 Mrd. € erzielt. Ab der zweiten Hälfte 2017 soll sich der Markt wieder erholen.

In den Folgejahren sollen neue Produkte Umsatzwachstum bringen. Das kombinierte Umsatzpotenzial der Produkte, die von 2015 bis 2020 auf den Markt gebracht werden sollen, beziffert Condon in der Spitze auf mehr als 5 Mrd. €. Auch nach 2020 stehen Innovationen an. Nach Condons Angaben verfolgt das Unternehmen mehr als 20 neue Ansätze für den chemischen Pflanzenschutz, sechs für den biologischen und acht Ansätze für neuartige Pflanzeneigenschaften (Traits). Zudem umfassen die Züchtungsprogramme neun Ziele für Feldpflanzen in einem fortgeschrittenen Stadium der Entwicklung und Forschung sowie 27 im Bereich Gemüse.

Zu den Übernahmeplänen für Monsanto äußerte sich Condon am Mittwoch nicht. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Bayer seine Kaufofferte auf mehr als 65 Mrd. US-$ aufgestockt hat. (db)
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