EU-Hilfe

Finanzspritze für britische Milcherzeuger


Im Vereinigten Königreich ist jetzt entschieden, wie die Soforthilfe der EU an die von Tiefpreisen gebeutelten Erzeuger ausgezahlt werden soll. Alle Landesteile – England, Schottland, Wales und Nordirland – verfahren nach den gleichen Regeln, berichtet das Agrarministerium (Defra) in London. Insgesamt stehen im Vereinigten Königreich 26,2 Mio. brit. Pfund zur Verfügung, das sind nach aktuellem Devisenkurs umgerechnet 35,4 Mio. €.

Die einmalige Auszahlung, die im Dezember erfolgen soll, ist an die Milchmenge der Betriebe gekoppelt. Ein höherer Satz ist in Nordirland vorgesehen, weil dort die Preise besonders tief gefallen sind. Das Defra hat die Auszahlungen pro Durchschnittsbetrieb in den vier Landesteilen errechnet. Danach erhalten die Milcherzeuger in England und Wales im Durchschnitt umgerechnet jeweils etwa 2.430 €. Ihre nordirischen Kollegen kommen im Mittel auf 2.700 € und die schottischen Betriebe wegen höherer Milchviehbestände auf 3.380 €.

Außerdem verspricht das Defra größere Exportanstrengungen für britische Agrar- und Ernährungsprodukte. Dazu ist das Ministerium in dieser Woche auf der Messe Anuga in Köln vertreten. Im November reist darüber hinaus eine Handelsdelegation nach China. Dabei sind nach Defra-Angaben Manager von acht britischen Molkereien, die für Absatz am wachsenden chinesischen Markt werben wollen.

In Deutschland werden aus den Brüsseler Mitteln 70 Mio. € verteilt. Hierzu hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Modalitäten kürzlich zur Agrarministerkonferenz in Fulda vorgestellt. (db)
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