Landwirtschaftliche Betriebe werden steuerlich eingehender geprüft als andere Unternehmen. Der Deutsche Bauernverband kritisiert die ungleiche Behandlung.

Das Bundesfinanzministerium hat kürzlich die Einordnung in Größenklassen für steuerliche Betriebsprüfungen für 2013 bis 2015 bekannt gegeben. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält diese für nicht nachvollziehbar. Nach Ansicht des Verbandes hinken die für land- und forstwirtschaftliche Betriebe geltenden Werte immer noch deutlich hinter den für Gewerbebetriebe geltenden Grenzen hinterher.

Es sei unverständlich, dass land- und forstwirtschaftliche Unternehmen bereits ab einem Gewinn von 125.000 € als Großbetrieb eingestuft würden, während ein Handwerksbetrieb erst bei einem Gewinn über 250.000 € in diese Größenklasse sortiert werde. Bei Freiberuflern wie Ärzten oder Anwälten liege die Grenze sogar erst bei einem Gewinn von mehr als 580.000 €. 

Weil die Einordnung über die Häufigkeit von Betriebsprüfungen entscheidet, schließe sich bei als Großbetrieb eingestuften Unternehmen nach Prüfung eines Zeitraums regelmäßig eine Prüfung für den folgenden Zeitraum an, so dass im Ergebnis alle Wirtschaftsjahre steuerlich geprüft werden.

Durch die regelmäßigen Anschlussprüfungen entstehe für die Betroffenen ein erheblicher zeitlicher und kostenmäßiger Mehraufwand, kritisiert der DBV. (sch)

stats