EEX

Flüssigmilch-Future geplant

Der neue Future soll eine Kontraktgröße von 25.000 kg haben und wie auch schon die vorhandenen Futures auf Butter, Molkenpulver und Magermilchpulver gegen einen Index abgerechnet werden. Dieser Index werde derzeit entwickelt, teilte die Börse am Donnerstag weiter mit. Die Einführung des Futures steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Börsenrats.

Zwar sei heute schon eine indirekte Absicherung von Rohmilch über die bestehen Futures auf Butter- und Magermilchpulver möglich, heißt es weiter aus Leipzig. Doch mit der Einführung des Flüssigmilch-Futures biete man vor allem Molkereien, deren Verwertung nicht auf Butter und Pulver ausgelegt ist, aber auch Erzeugern „ein weiteres Instrument zur direkten Preisabsicherung“, so Sascha Siegel, der den Bereich Agrarrohstoffe bei der EEX leitet.

Hemmschwelle sinkt

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) erkennt Futures grundsätzlich als Instrument an, „das Preisschwankungen abfedern kann“, so BDM-Sprecher Hans Foldenauer. Aber: „Durch so einen Future kommt nicht ein Cent mehr Wertschöpfung auf den Höfen an“, fügte er hinzu. Dazu bräuchte es auf europäischer Ebene ein Instrument der Mengensteuerung in Krisenzeiten.

Ein Rohmilch-Future würde aber sicher „bei dem einen oder anderen die Hemmschwelle senken, Preisabsicherung an der Börse zu betreiben“, so Foldenauer weiter. Denn dann müsse man nicht mehr den Umweg über Butter oder Magermilchpulver gehen, um Rohmilchpreise abzusichern. (pio)
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